Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 365 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2379786-2379883-2379890-2392141--11214-2392362- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sümpfe und andere stagnierende Wasseransammlungen sind überaus häufige Erscheinungen in Palästina. Sie finden sich vorherrschend im Flachland, sind aber auch im Hügel- und Gebirgsland nicht selten. Die Ursachen die sie hervorrufen sind sehr mannigfaltig: 1. Niederschläge, die zurückgehalten werden, sei es infolge geringer Durchlässigkeit einer wenig geneigten Bodenoberfläche, sei es in natürlichen; abflußlosen Bodenpressionen, sei es an Stellen künstlicher Ausschachtungen (für Anschüttungen von Straßen und Eisenbahndämmen, zur Gewinnung von Sand, Kies, Lehm u. dgl.). Zahlreich sind derartige Sümpfe an der Meeresküste, wo der natürliche Abfluß durch Sanddünen gehemmt wird. Auf die Sumpfbildung sind von entscheidendem Einfluß die Gesamtmenge, Verteilung und Intensität der Winterregen, insbesondere auch Auftreten, Zeit und Stärke der Spätregen. 2. Meerwasser, das in stark eingeschnittenen Flußbetten zurückstaut oder bei hohem Wasserstand tiefliegende Uferflächen überschwemmt und beim Ablaufen Wasserstellen hinterläßt. 3. Grundwasser, das in und nach der Regenzeit oft im Boden derart ansteigt, daß es an tiefliegenden Stellen oberirdisch austritt. 4. Qu eilen, die aus Grundwasser gespeist werden, entweder aus Hängen seitlich austreten oder infolge Ueberdrucks in der wasserführenden Schicht aus dem Untergrund senkrecht aufsteigen, sind eine sehr häufige Ursache der Sumpfbildung. 5. Flüsse: a) An den Ufern perennierender Flüsse bleiben nach Ueb er schwemmungen oft Wasserstellen zurück, oder bei quelligem Gelände Land-, Kies- oder Schlammflächen, die — auch ohne stehendes Wasser — zum Beispiel für A. sergenti als Brutstellen ausreichen. Auch erzeugt die Verstopfung der Flußmündung durch Ablagerungen vielfach Sümpfe an der Meeresküste. b) In W a d i s bleiben an bestimmten Plätzen Wassertümpel oder Sumpfstellen bis in den Sommer hinein oder dauernd erhalten, die durch Quellen oder Grundwasser gespeist werden. 6. Seen, deren Ufer ähnliche Bedingungen wie die von Flüssen bieten. 7. Bewässerungsanlagen sind sehr oft eine Quelle schädlicher Wasseransammlungen, und zwar wenn sie mangelhaft ausgeführt oder unterhalten werden, wenn die Bewässerung — wie es in Palästina vorwiegend der Fall ist — ungeregelt ist, wenn eine ausreichende Entwässerung fehlt, oder die Kanäle nicht von Zeit zu Zeit trocken gelegt werden. 8. Mühlgräben, deren Aufstau oft ständige Ueberschwemmungen verursacht. Zum Antrieb von Mühlen werden gelegentlich auch Flüsse mit derselben nachteiligen Wirkung aufgestaut. Außer stehenden Wasservorkommen bieten auch fließende Wasserläufe Gelegenheit zu Brutplätzen, und zwar dort, wo die Geschwindigkeit des Wassers stark vermindert ist, z. B. «an Stellen geringen Gefälles, bei übermäßigen Erweiterungen und bei Verzweigungen des Flußbettes, an Krümmungen und bei Ausbuchtungen der Ufer, bei Furten für Tiere (Hufspuren sind beliebte Brutstellen!) usw. Auch in künstlichen Kanälen bilden sich sehr leicht ähnliche Stellen aus, wenn die Unterhaltung vernachlässigt wird, Viehherden die Böschungen zertreten und dgl. Die Bewachsung der Ufer,