Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 364 (sequence 6)
- Language
- German
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Die zweite direkte Bekämpfungsmethode, der in Palästina bisher nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wu*rde, ist die Tötung von Mosk i t e n im Hause. Die Malariakommission des Völkerbundes legt großes Gewicht auf diese Maßnahme und fordert aufklärende und erziehende Wirksamkeit, die das Aufsuchen und Töten der Moskitos zu einer regelmäßigen Aufgabe aller Hausbewohner, besonders der Hausfrauen macht.7) Besonders wo ein Malariafall herrscht, ist die Vernichtung der infizierten Moskiten dringend geboten. Um größere Mengen zu fangen, werden die Mücken im Zimmer aufgescheucht, und zwar auf mechanische Weise oder durch Ausräucherung mit feuchtem Stroh (letzteres auch in Palästina angewandt). Man fängt sie abends am geschlossenen Fenster oder in einem verdunkelten Raum an einer Leinwand, die eine Tür- oder Fensteröffnung versperrt, und zwar mit der Hand oder einem Reagenzglas. Die Mücken werden oft auch in der Vegetation der Umgebung aufgescheucht und durch Handnetze oder besondere Fallen gefangen. Als solche dienen Erdlöcher, mit Drahtgewebe bespannte Holzkasten und Oeffnungen in der Wand oder im Fenster, die mit einem Knäuel von Drahtnetz verschlossen werden. Die Moskiten werden getötet: a) die gefangenen von Hand oder durch Aussetzen der erwähnten Holzfällen an die Sonne; b) durch Ausräuchern mittels Zyankali, Kresol, Pyrethrum usw., Dämpfen von Schwefel, Formalin; c) durch Verspritzen von Kreosolseife, Formalinlösung, Lysol, Mikrothan, Formaldehydseife, Flit u. dgl. d) durch Abflammen mit Spiritus- und Petroleumlampen. Im Gegensatz zu der beschränkten Zahl direkter Bekämpfungsmitte] (denen aber nichtsdestoweniger eine große Bedeutung zukommt), verfügt man über eine reiche Auswahl von Methoden zur indirekten Bekämpfung. An erster Stelle stehen einmalige radikale Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, bestehende Brutstellen der Anopheles vollständig zu b eseitigen, beziehungsweise die Entstehung solcher Brutplätze zu verhindern. Die große Verbreitung der hiefür geeigneten Stellen, sowie die Wichtigkeit und Häufigkeit der mit ihnen zusammenhängenden Maßnahmen zwingen uns, bei diesem Punkt etwas ausführlicher zu verweilen. Wie bereits betont wurde, ist Wasser die Voraussetzung für die Ablage der Moskitobrut. Somit sind alle Wasservorkommen mögliche Malariaquellen, in erster Linie Ansammlungen stehenden Wassers, Sümpfe, Teiche, Wasserstellen, Pfützen, aber auch hohle Bäume, Blätter gewisser Pflanzen und kleinste Behältnisse, wie Wassergefäße, Tonkrüge, Petroleumbleche, Konservenbüchsen usw. Vegetation an den Ufern und auf der Wasserfläche wirkt sehr begünstigend, denn sie lockt die Moskiten an, nährt die Larven und bietet ihnen Schutz gegen natürliche Feinde und gegen iBekämpfungsmaßnahmen. Der Zusammenhang zwischen Sumpf und Malaria wurde seit altersher erkannt, jedoch wurde die Krankheit irriger Weise der direkten Einwirkung von Ausdünstungen (mala aria) zugeschrieben. 7) League of Nations, Health Organisation, Malaria Commission: Second General Report 1927, p. 26/27.