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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 362

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
Date
1930-10-01
Page
Seite 362 (sequence 4)
Language
German
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Blutkörperchen sind es, die den für die Malaria typischen Fieberanfall hervorrufen. Die geschlechtliche Fortpflanzung kann dagegen nur innerhalb gewisser Arten der Anophelosmücke vor sich gehen, der die , entscheidende Rolle in der Uebertragung der Krankheit zufällt. Wenn sie einen Malariakranken sticht, nimmt sie mit seinem Blut geschlechtsreife Plasmodien (Gameten) auf, die sich miteinander vereinigen und im Körper der Mücke neue Formen (Sporozoiten) entwickeln. Diese werden durch einen neuen Stich in das Blut eines gesunden Menschen übertragen, infizieren diesen. Nur die weiblichen Anophelinen stechen, und zwar wenn sie im befruchteten Zustand sind, weil sie zur Entwicklung ihrer Eier Blut brauchen. Diese entwickelte Brut wird auf und in Wasser abgelegt. Dies ist das Medium, in dem die Moskiten die Zwischenstufen als Larven und Puppen verbringen, bis sie die Reife erlangen und ausfliegen. Man unterscheidet nach den Wohn- und Brutgewohnheiten im wesentlichen drei Arten von Anophelinen: a) häusliche, wohnen innerhalb von Siedlungen und legen deren Eier in deren Nähe ab, b) ländliche, leben und brüten nur im Freien, c) halbländliche (Wandermoskiten), machen ihr erstes Entwicklungsstadium im Freien durch und fliegen dann zur Nahrungssuche in Siedlungen. Die Weite dieses Wanderfluges ist von großer Bedeutung, denn sie bestimmt die Breite der Schutzzone, die zur Sicherung einer Siedlung saniert werden muß. Sie ist wesentlich größer als man früher im allgemeinen angenommen hat, und beträgt bis zu 3 bis 4 Kilometer. Ja sie kann durch Zwischenetappen sogar noch vergrößert werden; als solche wurden zum Beispiel in Palästina Beduinenlager nachgewiesen, in denen die Moskiten sich nicht lange halten. Im Herbst suchen die meisten Arten geschützte, warme Plätze auf, um dort zu überwintern. Dieser „Winterflug" dehnt sich oft erheblich weiter aus. So wurde experimentell festgestellt, das Moskiten von den Huleh- Sümpfen bis nach Roschpinah (12 Kilometer entfernt) gelangt sind 4); anderswo beobachtete man noch weitere Flüge. In Palästina treten neun verschiedene Anophelesarten auf. Von diesen kommen für die Malariaübertragung im wesentlichen nur vier in Betracht und zwar: eine häusliche Art, A. bifurcatris (anderswo ländlich, hier vornehmlich in Zisternen wohnend) und drei Wandermoskiten, A. elutus, sergenti und superpictus. Die Lebens-, Wohn- und Brutgewohnheiten dieser Arten weisen starke Verschiedenheiten auf. Ihre besondere Aktivität und ihiedurch verursacht, das epidemische Anschwellen der Malaria macht sich in zwei Hauptperioden geltend: Frühjahr und Sommeranfang und dann wieder Herbst bis zum Regenbeginn. Aber auch außerhalb derselben gibt es in Palästina kaum einen Zeitabschnitt, in dem nicht wenigstens eine der Arten in irgendeiner Gegend? Aktivität aufwiese. 5) Wir kommen nun zur Darstellung der Bekämpfungsmethoden. Sie lassen sich am besten nach zwei Gesichtspunkten einteilen: 1. je nach- 4) J. Schapiro, Malaria Conditions and Control Werk in certain rural Settlements in Palestine during 1927 (Manuskript). 5) Departement of Health, Annual Report for 1926, p. 24, Schapiro, Malaria in Palästina, p. 19 (Tabelle).

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