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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 361

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
Date
1930-10-01
Page
Seite 361 (sequence 3)
Language
German
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All diese Faktoren waren jedoch nicht von dauernder Wirkung und konnten während der letzten Jahre ein neues Ansteigen der Malariakurve nicht verhindern, die auch in anderen Ländern einen wechselnden Verlauf zeigt. So waren die hochgespannten Erwartungen, die man an den Malariafeldzug geknüpft hatte, nur zum Teil in Erfüllung gegangen. Die wirksame, nachhaltige Bekämpfung bleibt somit nach wie vor eines der ernstesten Probleme, das eine weit größere allgemeine Beachtung beansprucht, als ihm in unseren Kreisen gewöhnlich zuteil wird. Das liegt teilweise daran, daß die Antimalariaarbeit in einer so exklusiven Weise organisiert und durchgeführt wurde, daß sie dem Publikum als eine Geheimwissenschaft weniger Spezialisten erschien. Dabei gibt es kein Gebiet der Hygiene, das so wie dieses die einsichtige Erkenntnis und tätige Mitwirkung der betroffenen Kreise erfordert und auch ermöglicht. Obendrein ist die Malariafrage ein integrierender Bestandteil des gesamten Kolonisationsproblems und verlangt daher von allen, die an diesem Werk aktiven Anteil nehmen, Verständnis und sorgfältige Berücksichtigung. Was für weitere Kreise in den Vordergrund des Interesses tritt, sind die Maßnahmen zur Bekämpfung und Verhütung der Malaria. Da bei der bisher in Palästina geführten Kampagne naturgemäß einige wenige Methoden allgemeinere Verwendung gefunden haben und stärker ins Auge fallen, so kann bei den Laien der Eindruck entstehen, als ob der Umfang der Möglichkeiten hiermit erschöpft sei. Es dürfte daher angebracht erscheinen, einem weiteren Kreis einen Ueberblick über die verschiedenartigen; Wege zu geben, die in den wichtigsten Gegenden der Malariabekämpfung in größerem Umfang oder versuchsweise beschritten worden sind. Hiebei wird auf die in Palästina unternommenen Arbeiten und gewonnenen Erfahrungen an den entsprechenden Stellen hingewiesen werden. Die Behandlung dieser Aufgabe d^irch einen Ingenieur ist naheliegend, da sich ein großer und wichtiger Teil der Bekämpfungsmethoden technischer Mittel bedient. Andere Ge biete des Malariaproblems werden in den folgenden Ausführungen nicht berührt. Wer für eine allgemeinere Behandlung der Malariafrage in Palästina Interesse hat, sei auf ein im Erscheinen begriffenes Buch von Dr. J. Schapiro und Z. Soliternik3) hingewiesen, das die erste Darstellung dieses Gegenstandes in hebräischer Sprache ist. Zum besseren Verständnis des Folgenden müssen einige Bemerkungen über die Aetiologie der Malaria vorausgeschickt werden. Drei Faktoren sind es, deren Vorhandensein das Auftreten von Malaria bedingen: der Krankheitserreger, der Krankheitsüberträger und Wasser, daß für die Vermehrung des letzteren notwendig ist. Der Erreger ist ein Protozoe der Gattung Plasmodium, von der drei verschiedene Arten! die Hauptformen der Malaria veranlassen, Tertiana, Quartana und Tropica. Er pflanzt sich sowohl auf ungeschlechtliche, wie auf geschlechtliche Weise fort. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung erfolgt im erkrankten Menschen: die Teilung der Parasiten (Schizenten) und das Eindringen der Teilungsprodukte (Merozoiten) in die roten 3) Dr. J. Schapiro und Z. Soliternik: „Hamalariah be Erez Israel" (Die Malaria in Palästina). Vergleiche die Besprechung des Buches in diesem Heft. Für den vorliegenden Aufsatz konnten nur noch einzelne Hinweise verwendet werden.

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