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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Palästina vor der Mandatskommission
Date
1930-10-01
Page
Seite 355 (sequence 23)
Language
German
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sieht auf eine besondere Beziehung zu jüdischen Aufgaben be- 355 schränkt würden und daher den Unwillen der Araber hervorgerufen hätten und hervorrufen müßten.97) Man habe die Juden unberechtigter Weise in den Vordergrund geschoben, die politische und nationale Unzufriedenheit der Araber sei in Palästina die gleiche wie im ganzen Orient. Die Tradition des Orients wehre sich gegen das Eindringen europäischer Zivilisation, das im Falle Palästinas von den Juden gefördert würde. Auch in ihrem Bericht erklärt die Kommission im Gegensatz zum Shaw-Bericht98), daß die arabische Erhebung sich nicht nur gegen die Juden, sondern auch gegen England gerichtet habe. Diesen Ueberlegungen hält Shiels entgegen, daß England in Palästina den Arabern wegen der jüdischen Verpflichtungen des Mandats nicht das Maß von Freiheit gewähren könne, wie es ohne diese möglich wäre.") Schließlich ist die merkwürdige Gereiztheit, welche die Erwiderung auf den Bericht der Mandatkommission charakterisiert, vielleicht daraus zu erklären, daß die Verhandlungen ganz und gar nicht im Geiste der Anschauung verlaufen sind, welche die negativen Seiten der Balfour- Deklaration so stark empfindet und hervorhebt. Diese Anschauung spricht keineswegs aus "dem führenden Vertreter der Regierung. Er würdigt zu wiederholten Malen mit hoher Anerkennung die Bedeutung der jüdischen Leistung für Palästina, aber auch die Größe der zionistischen Idee, und zieht daraus die Folgerung, daß es notwendig sei, die Politik des Nationalheims — zusammen mit der Sorge um das Wohl der Landesbevölkerung — durchzuführen. In diesem Geiste erklärt die Regierung auch diesmal der Mandatkommission, daß beide Aufgaben des Mandates zu lösen wären und sie entschlossen wäre, sie zu erfüllen.100) Die Kommission billigt diese Meinung und begrüßt diesen Entschluß. 301') Damit ist die Politik des Nationalheims auch für die Zukunft als eines der Grundelemente der Palästinapolitik anerkannt. 11. Wie ist praktisch die Politik zu gestalten, mit der die beiden als verbindlich anerkannten Ziele des Mandats zu erreichen sind? Nach dem Urteil der Kommission ist ein Systemwechsel notwendig. 97) Seite 35 ff. 9«) Shaw-Bericht. Seite 178. ") Seite 45. Ebenso Lloyd, Seite 127. i°0) Seite 12, 86. i01) Seite 145.

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