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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 346

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Palästina vor der Mandatskommission
Date
1930-10-01
Page
Seite 346 (sequence 14)
Language
German
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346 6 Von dieser Grundlage aus werden die Ziele der Palästina-Politik näher untersucht. Zunächst die Aufgabe der Errichtung des Nationalheims. Die Regierung gibt zu diesem Begriff eine negative Erläuterung, indem Shiels sich mehrfach gegen die Ansicht wendet, daß darunter ein jüdischer Staat zu verstehen sei. Er zitiert den Beschluß einer zionistischen Organisation, „daß, was auch geschehen mag, mit größerer Entschiedenheit als jemals und gleichgültig, mit welchen Opfern, die Aufgabe durchgeführt werden müsse, Palästina allmählich als einen jüdischen Staat wiederaufzubauen". Auch die Kritik der Juden an der Regierung ist nach seiner Meinung daraus zu erklären, daß große Teile der zionistischen Bewegung trotz der Annahme des Weißbuches von 1922 durch die zionistische Führung als Englands Aufgabe die Errichtung eines Judenstaates betrachteten. Aber im Mandat sei nicht von einem Judenstaat, sondern von einem jüdischen Nationalheim in Palästina die Rede.48) Damit wird aber der Gedanke des Nationalheimes als solcher keineswegs abgelehnt. In seiner Eröffnungsrede erklärt Shiels, daß die Ausführung der vom Mandat vorgeschriebenen Politik die Errichtung eines Nationalheimes für das jüdische Volk in Palästina bedeute, und daß man von dieser Politik keineswegs abweichen wolle.49) Diese Erklärung wird mit dem Zusatz wiederholt, daß die Regierung sich auch in Zukunft, trotz der Opposition der Araber, mit Eifer der Errichtung des Nationalheimes widmen würde.5V) Einen besonderen Wert erhalten diese Erklärungen dadurch, daß sie mit dem Anerkenntnis der Bedeutung der Einwanderung für diese Politik verbunden werden. („Wir würdigen vollständig die bedeutende Rolle, welche die Einwanderung in der von uns gemäß dem vom Rat des Völkerbundes gebilligten Mandat auszuführenden Politik spielt, nämlich der Errichtung eines Nationalheimes für das jüdische Volk in Palästina.") Erst diese bestimmte Färbung und der dadurch erreichte Unterschied von Deuteleien an dem Begriff des Nationalheimes macht das Bekenntnis zur Politik des Nationalheimes bedeutungsvoll. Auch der Schluß von Shiels' Eröffnungsrede enthält mit der Würdigung der Einzigartigkeit des jüdischen Unternehmens (unprecedented experiment) und mit der besonders hohen Anerkennung *8) Seite 47 f. ±9) Seite 12. 50) Seite 58.

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