Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Palästina vor der Mandatskommission
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 341 (sequence 9)
- Language
- German
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zu werten wären.31) Die Verlegenheit der Regierung in dieser 34 X Diskussion ist wohl daraus zu erklären, daß sie sich scheut, in der Einwanderungsfrage irgendwelche Meinungen zu äußern, die sie für die Zukunft binden könnten. Mit scharfem Angriff und mit gründlichem Material wendet sich die Mandatkommission auch gegen die Feststellung des Shaw-Berichtes über die Depossedierung arabischer Bauern, die schließlich von Shiels preisgegeben wird; er bleibt aber dabei, daß das Problem an sich, ohne Rücksicht auf die Zahl der vorgekommenen Fälle, vorhanden sei.32) Nicht nur in diesem Falle erwidert die Regierung auf die Kritik des Shaw-Berichtes wenig glücklich. Shiels will sich schon am Anfang der Verhandlung mit dem Hinweis helfen, daß die Mandatkommission nicht in der Lage wäre, eine zweite Untersuchung, wie die von der Shaw-Kommission abgehaltene, durchzuführen. Das Memorandum der Jewish Agency — dessen Inhalt der Kritik am Shaw-Bericht als maßgebende Quelle dient, wobei die Kommission den offiziellen Charakter der Jewish Agency hervorhebt — soll nach seiner Meinung als eine Parteierklärung gegenüber den unparteiischen Feststellungen der Shaw-Kommission nicht in Betracht kommen.33) Dieser Satz wird in der Erwiderung der Regierung auf den Bericht der Kommission mit protestierender Schärfe hervorgehoben.34) Auf die sachlichen Grundlagen der Kritik geht die Regierung überhaupt nicht ein. Lediglich w7egen der Landfrage verweist sie auf den noch abzuwartenden Bericht des Sonderkommissars Hope Simpson. Das Colonial Office hat sich diese Arbeit leicht gemacht. 4. Die Palästina-Sondertagung der Mandatkommission bietet Gelegenheit zu einer Prüfung der gesamten, von der Regierung bisher befolgten Politik. In seiner großen Einleitungsrede stellt van Rees fest, daß die den. Juden gewidmeten Bestimmungen des Mandats nicht ausgeführt worden seien.35) Er meint, daß das nicht mit einem bewußten Widerstande der Verwaltung, sondern aus unrichtiger Würdigung der rechtlichen Situation des jüdischen Volkes in Palästina zu erklären sei. Ebenso kritisiert Rappard, und 31) Seite 60. 32) Seite 77 ff. 33) Seite 43. 34) Seite 150. 35) Seite 39, 42.