Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Palästina vor der Mandatskommission
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 339 (sequence 7)
- Language
- German
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hetzende Handlung durfte von der Regierung gewiß nicht als aus- 339 reichend respektiert werden. Die von der Mandatskommission vorgenommene Untersuchung der Tätigkeit der Regierung in der Zeit vor den Unruhen führt zu dem Ergebnis, daß sie ihrer Aufgabe keineswegs gerecht geworden ist, ein Ergebnis, das in ausgesprochenem Gegensatz zu den Schlußfolgerungen des Shaw-Berichtes steht.19) Diese, im Verlauf der Verhandlung mit Deutlichkeit hervortretende Tatsache verhindert aber Shiels nicht, in seiner Schluß-Ansprache an die Kommission betonte Dankesworte an Luke zu richten20)21), womit er aufs Neue beweist, wie selten vorgesetzte Behörden sieh entschließen können, Fehler von Untergebenen einzugestehen. 3. Der Shaw-Bericht wird auch sonst durch die Verhandlungen sehr wesentlich korrigiert. Die Kontrollfunktion der ständigen Mandatkommission bewährt sich hier in wirksamer Weise. Eine ganze Sammlung von Lücken und Einseitigkeiten gibt van Rees in einer großen Analyse dieses Dokuments.22) Die Shaw-Kommission hält es nicht für nötig, eine eigene Meinung zu der von ihr registrierten arabischen Behauptung zu äußern, daß das Mandat rechtlich unwirksam sei. Sie gibt auf die arabischen Beschwerden über die Existenz der Jewish Agency nicht die naheliegende Antwort, daß die den Arabern angebotene Arab Agency von ihnen abgelehnt worden ist. Die Rechtstellung der Juden in Palästina wird im Shaw-Bericht überhaupt nicht erörtert; van Reese folgert hieraus, daß „dieser Punkt von kapitaler Wichtigkeit" bei der Kommission nicht die verdiente Aufmerksamkeit gefunden habe. Er tadelt, daß die Shaw-Kommission den rechtlichen Inhalt der Baliour - Deklaration und der den Juden gewidmeten Bestimmung des Mandats in ihrem systematischen Zusammenhange übersehen und nicht verstanden habe, daß durch dieses System von Bestimmungen der jüdischen Arbeit in Palästina eine bestimmende Stellung für die dem Mandatar anvertraute wirtschaftliche Entwicklung des Landes eingeräumt worden ist. Mit zahlreichen Zitaten aus dem Shaw - Bericht selbst widerlegt van Rees die mit besonderer Gewaltsamkeit konstruierte Feststellung der Shaw-Kommission, daß die Un- 19) Shaw-Bericht Seite 155 ff. 20) Seite 87. 21) Als weiterer Fehler der Regierung wird von Theodoli die unzulängliche Regelung der Entschädigungsfrage gerügt. Seite 84. 22) Seite 38 f.