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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Palästina vor der Mandatskommission
Date
1930-10-01
Page
Seite 338 (sequence 6)
Language
German
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338 ri3Lnen> *m September 1929, die Regierung tatsächlich eine Verordnung über die Art der Benutzung des Platzes vor der Klagemauer durch Juden und Araber erlassen hat. Die verhängnisvollen Ereignisse an der Klagemauer hätten nach der Meinung von Orts verhindert werden können, wenn eine solche Verordnung früher erlassen worden wäre.14) Darauf antwortet Luke, daß diese Verordnung nicht zur Entscheidung über die widerstreitenden Ansprüche, sondern nur zur 'Sicherung der öffentlichen Ordnung erlassen worden wäre. Wenn er damit die Verzögerung zu erklären glaubt, so kann dies nur mit einem Mangel an Verständnis oder mit völliger Hilflosigkeit entschuldigt werden. Denn gerade der von ihm angeführte Punkt hätte — das ist der klare und selbstverständliche Sinn dieser Hinweise der Kommission — zum Erlaß der Verordnung vor Ausbruch der Unruhen führen müssen. In den Bemerkungen zum Bericht entschuldigt sich die Regierung damit, daß sie eine Verständigung erstrebt und deswegen von einer Verordnung über den Inhalt des status quo abgesehen hätte. Außerdem hätte sie auf die von den Juden zur Begründung ihrer rechtlichen Auffassung verlangten Dokumente gewartet.15) Die Untersuchung der Klagemauer-Affäre ergibt schließlich auch, daß zwischen Juden und Arabern recht erhebliche Unterschiede gemacht worden sind. Den Juden wurde auf Grund arabischer Klagen als Abweichung vom status quo verboten, einen für den Gottesdienst notwendigen Schrank aufzustellen. Die Araber durften ein neues Bauwerk — die sogenannte Zawyia — errichten und die lärmende Zikr-Zeremonie neu einführen, die auch nach der Feststellung der Shaw-Kommission geradezu darauf angelegt war, die Juden zu stören. Diese Unterschiede in der Behandlung der Parteien werden von Palacios in den ausdrücklichen Vorwurf der Parteilichkeit der Regierung zusammengefaßt.16) Diesem Vorwurf gibt Luke noch nachträglich neues Material mit der Antwort auf die Frage, weshalb man den Bau der Zawyia nicht verhindert hätte.17) Die Araber hätten dabei nicht nur die Absicht gehabt, den Juden Aerger zu bereiten, sondern auch auf ihr Eigentumsrecht hinzuweisen.18) Diese Begründung der Araber für ihre ver- 14) Ebenso der Portugiese de Penha Garcia Seite 23. 15) Seite 151, 21. iß) Seite 22. 17) Lugard Seite 75. 18) Seite 77.

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