Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 296 (sequence 4)
- Language
- German
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den leichtesten Unternehmungen gehört, nur eine geringe Entspannung in der Lage der Koloniearbeiterschaft mit sich zu bringen vermag. Die Lösung der Frage muß von einer anderen Seite in Angriff genommen werden. Vorläufig ist die Lage der Arbeiterschaft in den Kolonien eine sehr traurige, und es ist sicherlich eine der dringendsten Aufgaben im Lande, der unglückseligen Entwicklung der. Dinge Einhalt zu tun, die nicht nur rein menschlich, und national tief bedauernswert, sondern darüber hinaus bei der gegenwärtigen Situation auch in politischer 'Hinsicht sich fatal auszuwirken geeignet ist. Das Werk des „Jachin". Ein ziemlich direkter Gedanke führt von den Ausführungen über die Lage der Koloniearbeiterschaft zur Schilderung der Entwicklung einer der wichtigsten Institutionen, die zur Erleichterung dieser Lage ins Leben gerufen worden sind. Der Zweck der Gesellschaft „Jachin", die vor drei Jahren gegründet worden ist, war, einen bedeutenden Teil der Lohnarbeit in den Pflanzungskolonien, nämlich die gesamten Okkupations- und Pflanzungsarbeiten auf Rechnung der im Lande abwesenden Bodeneigentümer in eigener Regie der Arbeiterschaft durchzuführen und so die schwierigen Komplikationen aus dem gegenseitigen Verhältnis von Arbeitgebern und -nehmern los zu werden. Die Aufgabe war an und für sich eine sehr gewagte und durch den Zusammenbruch des Solei-Boneh noch vielfach kompliziert, der sowohl in den Kreisen der Arbeiterschaft, als auch insbesondere in der öffentlichen Meinung: das Vertrauen zur Unternehmertätigkeit der Histadruth erschüttert hat. Fügt man noch hinzu, daß der „Jachin" an sein Werk fast ohne jedwedes Betriebskapital und nur mit ganz geringen Erfahrungen ging, so wird man sich die großen psychologischen und organisatorischen Schwierigkeiten, die auf Schritt und Tritt zu überwinden waren, unschwer vorstellen können. Und doch gelang es dem „Jachin" in zäher Arbeit der ersten drei Jahre immer mehr in der palästinensischen Wirtschaft Fuß zu fassen und seinen Wirkungskreis auszudehnen. Die durch ihn bearbeitete Fläche ist im Lauf von drei Jahren von 195 auf 2200 Dunam, der Umsatz von 8000 auf 32.000 Pfund, die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 80 auf 250 gestiegen. Bereits im Jahre 1928 gelang es, einen Reinertrag von über 980, im Jahre 1929 von über 1000 Pfund her abzuwirtschaften, obwohl der durchschnittliche Tageslohn der nichtqualifizierten Arbeiter nicht unter 20 Piaster, derjenige der qualifizierten dagegen von 25 bis 40 tiaster ausmachte. Im Gegensatz zum Solel-Boneh und zu so manchen anderen privaten und gesellschaftlichen Unternehmungen im Lande hat sich dabei der „Jachin" strikt an den Grundsatz der Barzahlung gehalten Die vom „Jachin" übernommenen Arbeiten werden durch ihn an einzelne Arbeitergruppen im Akkord weitergegeben. Der Wirkungskreis der Gesellschaft breitet sich letztens immer mehr aus. Es werden Versuche gemacht, im Ausland direkt Siedlergruppen von bemittelten Leuten zu schaffen, sowie auch den Boden des Keren Kajemeth in Bearbeitung zu nehmen. Es wurde auch eine spezielle Abteilung zur Uebernahme der Pflück- und Verpackungsarbeiten in den Orangengärten ins Leben gerufen, was insbesondere durch die Vergrößerung des Betriebskapitals der Gesellschaft (3000 Pfund steuerte allein Brandeis bei) ermöglicht wurde. Freilich ist der „Jachin" noch weit davon entfernt, sein Endziel, die gesamte landwirtschaftliche Arbeit in den privaten Betrieben für den jüdischen