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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 274

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Der Aufstieg der Araberdörfer um die jüdischen Kolonien
Date
1930-07-01
Page
Seite 274 (sequence 4)
Language
German
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Pferde und eine entsprechend große Zahl von Kühen. Die Fellachen besitzen europäische Pflüge, Eggen und Scharren, um den Boden zu nivellieren, deren Gebrauch sie sämtlich von den jüdischen Bauern gelernt haben, die sie oft um Hilfe ersuchen. Im Bearbeiten ihrer Orangengärten folgen die Fellachen fast immer dem Rate der jüdischen Farmer. Der Grad des erreichten Wohlstandes wird am besten illustriert durch die ungewöhnliche Tatsache, daß es in diesem Dorfe drei Kaffeehäuser gibt, welche ihre Besucher mit den hochgepriesenen Genüssen von Grammophonmusik und dem blendenden Licht von Luxlampen erfreuen. Dieses Dorf besaß ursprünglich 13.000 Dunam, wovon 6000 an die Juden zu 15 bis 17 Pfund per Dunam verkauft worden sind. Mit Hilfe dieses Geldes, der Arbeitsgelegenheit in der jüdischen Kolonie und der Unterweisung, die es durch das Beispiel des jüdischen Bauern erfuhr, erhob sich das Dorf aus seinem früheren Schmutz zu einer Höhe des Wohlstandes, von dem es sich früher nichts träumen ließ. In einem anderen Dorf: Sarafand-el-Harab, das heißt das zerstörte Sarafand, so genannt, weil der Platz vor nicht sehr langer Zeit in Ruinen lag, wurden 1036 Dunam Orangen gepflanzt, seit jüdische Siedler aus den benachbarten Kolonien Ness Ziona und Rischon le Zion anfingen, zu einem guten Preis einen Teil des Bodens des Dorfes zu kaufen. Diese 1036 Dunam ge hören 33 Fellachen in Losen von 11 bis 60 Dunam. Im Dorfe AI Kubeibe, nächst Rechoboth und Ness Zionah, haben die Fellachen mit dem Gelde, das sie aus Löhnen und Verkauf von den jüdischen Kolonien erhielten, 670 Dunam, gehörend 16 Fellachen in Losen von 15 bis 170 Dunam, gepflanzt, außerdem haben sie hunderte von Dunam für den Bau von Gemüsen unter Bewässerung, die sie in den Kolonien und in Tel-Aviv absetzen. Der Direktor E. R. Sawer vom Landwirtschaftsdepartement sagte auch in einem Jahresberichte: „Die arabische Gemeinschaft hat sicher in größtem Ausmaße von der erhöhten Einwanderung und gewerblichen Tätigkeit Nutzen gehabt, welche eine abnormale Nachfrage nach allen Arten von Produkten zu erhöhten Preisen verursachte." Es ist auch interessant, einen offiziellen Bericht über Ackerbau und Boden im Jaffa-Distrikt (von uns in Nummer 4/5, Seite 100, auszugsweise wiedergegeben. Die Red.), zu zitieren, in dem es heißt: „Die Existenz von jüdischen Kolonien, auf denen moderne landwirtschaftliche Methoden angewendet werden, hat eine wohltätige und zivilisierende Wirkung auf die benachbarten arabischen Dörfer. In Scheich Muwannis zum Beispiel verwenden alle Bauern, mit wenigen Ausnahmen, europäische Pflüge, es i gibt dort 4 Erntemaschinen und eine große Dreschmaschine. Moderne Methoden wurden verwendet bei Pflanzung neuer Orangengärten und künstliche Düngung nach dem Beispiel der jüdischen Praxis geübt." Die beduinischen Nomadenstämme von Satarieh, welche in der Nähe von Rechoboth und Rischon wanderten, hatten auch ihren Anteil an der allgemeinen Zunahme des Wohlstandes und wurden instandgesetzt, Land zu kaufen, sich anzusiedeln, ja sogar kleine Orangengärten zu pflanzen und Häuser zu bauen. In dem Dorfe Saffrieh, in der Nähe von Rischon, wurden in den letzte^ Jahren zirka 500 Dunam Orangengärten von 19 Fellachen gepflanzt und große Mengen von Gemüse werden alljährlich dort gezogen zum Verkauf in Rischon und Tel-Aviv.

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