Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Die Aufgaben des Technikums in Haifa
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 267 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeitsprozesse ihres Gewerbes einzuführen und zu denkender 267 Berufstätigkeit zu erziehen. Neben der technischen ist auch die ökonomisch-kaufmännische Seite gebührend zu berücksichtigen. Diese untere Stufe der technischen Ausbildung verträgt im Allgemeinen schwer eine örtliche Konzentrierung. Vielmehr muß die Ausbildung der in Jerusalem und Tel-Aviv ansässigen Arbeiter an Ort und Stelle gegeben werden, wie es auch bisher, freilich meist in wenig geordneter Form und in beschränktem Umfang, der Fall gewesen ist. Was hier fehlt, ist eine zusammenfassende, regulierende Tätigkeit, für die wiederum das Technikum die gegebene Instanz ist. Es sollte allmählich dahin gebracht werden, das gesamte gewerbliche Unterrichtswesen Palästinas — gleichviel welcher Berufszweige — einheitlich zu leiten und zu kontrollieren. Entsprechende Kurse sollten nach Bedarf eingerichtet, und, wenn erforderlich, subventioniert, gleichmäßige Lehrpläne, Lehrstoff und Unterrichtsmittel für sie vorbereitet werden. Auch sollte die Anstalt bei der Organisierung der praktischen Lehrlingserziehung anregend, fördernd und kontrollierend mitwirken. Das im Vorhergehenden skizzierte Erziehungswerk wird der jungen Generation dienen, die im Anfang ihrer fachlichen Ausbildung steht. Aber es kann nicht jenen berufstätigen Facharbeitern und Handwerkern nützen, die unter den Mängeln ihrer lückenhaften Ausbildung leiden, oder die sich aus engen Verhältnissen weiterzuentwickeln bemühen. Hier hat die zweite Hauptaufgabe des Technikums einzusetzen: fachliche Anleitung und Gelegenheit zur Weiterbildung. Ihre Lösung ist weit schwieriger und komplizierter. Das Menschenmaterial ist fluktuierend und variiert stark nach Alter, Vorbildung, Fähigkeiten, praktischer Schulung und Berufserfahrung. Auch stehen nur wenige Abendstunden nach ermüdender Tagesarbeit zur Verfügung. Daher muß die Unterweisung in mehr in sich abgerundeten Kursen gegeben werden. Doch sollen diese in konzentrischen Kreisen geordnet und derart miteinander verknüpft werden, daß für Weiterstrebende ein Aufstieg von Jahr zu Jahr ermöglicht wird. Diese stufenweise Anordnung kann nach Bedarf höher geführt werden, um auch Vorarbeitern und Meistern, ihrem Wirkungskreis entsprechend, erweiterte und vertiefte Kenntnisse zu übermitteln. Wo nur irgend möglich, soll die Weiterbildung sich nicht auf Unterricht allein beschränken, sondern mit praktischen Uebun-