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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Die Aufgaben des Technikums in Haifa
Date
1930-07-01
Page
Seite 266 (sequence 4)
Language
German
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266 führung der Arbeit direkten Anteil haben: Facharbeiter, Handwerker, Meister, Betriebsleiter, Bauführer. Was für alle Gruppen ausnahmslos in gleicher Weise gefordert wird, ist die gediegene Grundlage einer praktischen Durchbildung. Dieses Prinzip gilt in verstärktem Maße für das jüdische Volk, das in übertriebener Einseitigkeit entwickelt und der Sphäre produktiver Arbeit zu lange ferngeblieben ist. Jedoch bietet die Frage der praktischen Ausbildung unter den unentwickelten Verhältnissen Palästinas besondere Schwierigkeiten. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, sei nur das anzustrebende Ziel betont: die systematische Organisierung eines geordneten Lehrlingswesens mit einer zwei- bis dreijährigen Ausbildungsdauer. Da erst Anfänge eines solchen existieren, so liegt ein langer und mühseliger Weg vor uns, der das Zusammenwirken aller beteiligten Kreise erfordert: Industrielle, Ingenieure, Bauunternehmer, Handwerker, Arbeiter. Ihre freiwillig getroffenen Abmachungen müßten die Sanktion der Regierung finden, damit sie durch ihre Autorität für die Durchführung eintritt. Das fruchtbarste Ausbildungssystem ist die ,,Meisterlehre" in geeigneten Handwerks- und Industriebetrieben, denn die praktische Erziehung soll unter ähnlichen äußeren Bedingungen vor sich gehen wie sie die spätere Berufsausübung bieten wird. Dagegen bleibt die Ausbildung in „Schulwerkstätten" meist lebensfremd und hat sich im allgemeinen wenig bewährt. Da jedoch zurzeit die Meisterlehre in Palästina erst wenige geeignete Betriebe findet, so ergibt sich als vorläufige Lösung eine Kombination beider Systeme. Hier bietet sich dem Technikum die erste Aufgabe: es übernimmt — wenigstens für gewisse Gewerbe — einen Teil der praktischen Lehrlingsausbildung in seinen Werkstätten. Die hiefür geeignetsten Abschnitte dürften Beginn und Abschluß der Lehrlingszeit sein. In jenem soll der Lehrling in die fundamentalen Detailprozesse seines Gewerbes systematisch eingeführt werden, in diesem die Vervollkommnung und Abrundung seiner Ausbildung erfahren. Die genaue Festlegung eines solchen gemischten Systems hängt von sorgfältigen Erwägungen und Versuchen ab. Der theoretische Unterricht für die Handwerkslehrlinge gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Er bildet lediglich einen ergänzenden Annex zur praktischen Lehre und muß mit dieser während ihrer ganzen Dauer aufs Engste verbunden werden. Seine Aufgabe ist, die Lehrlinge in das Verständnis der Werkstoffe und

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