Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Die Aufgaben des Technikums in Haifa
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 265 (sequence 3)
- Language
- German
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erforderlichen Höhe, mangelnde Wirtschaftlichkeit führt zu einem 265 Verlust an Volksvermögen. Während der Gedanke einer direkten Unterstützung der technischen Gewerbe aus öffentlichen Mitteln aussichtslos erscheint, sollte ihre indirekte Förderung um so nachdrücklicher gefordert werden. Die in ihr eingeschlossenen Aufgaben können bei zweckentsprechender Organisierung ohne besonders große Mittel erfolgreich behandelt werden. Dies ist um so eher möglich, als eine Einrichtung bereits besteht, welche bei richtiger Ausnutzung die geeignete Grundlage für die gewerbefördernde Wirksamkeit bietet: das Technikum in Haifa. Eine unvorhergesehene Entwicklung hat diese Anstalt von den ihr ursprünglich gesetzten Zielen abgedrängt. Das Streben, sie zu einer Hochschule umzuwandeln, hat ihre Tätigkeit einseitig beherrscht und sie aus dem Strom der realen Aufbauarbeit nahezu völlig ausgeschaltet. Losgelöst von den Bedürfnissen des Landes, bringt sie seiner Entwicklung nur geringen Nutzen — aber auf der anderen Seite vernachlässigt sie nahezu völlig ihre wahren Aufgaben. Sollen diese richtig erfaßt und durchgeführt werden, muß man sich des Grundgedankens bewußt werden, der jene Aufgaben zu beherrschen hat. Er bedeutet, daß dem Technikum ein entscheidender Anteil an der indirekten Förderung der technischen Gewerbe zugewiesen wird, die sich zusammensetzt aus den drei Gliedern: Fachausbildung, Anleitung und Versuchsarbeit. Der hervorstechendste Mangel der technischen Arbeit liegt in ihrer ausführenden Seite. Unseren Arbeitskräften fehlt meist Erfahrung, Tradition und natürliches Gefühl, die Gründlichkeit und das innere Verhältnis zum Werk. Der hingebende Wille, in neue Arbeitsgebiete einzudringen, ist bewundernswert, doch kann er allein die Hemmnisse — innerer und äußerer Art — nicht überwinden. Um ihn wirksam zu unterstützen und die gewerbliche Leistung zur erforderlichen Höhe zu erheben, nimmt — neben anderen Faktoren — die Ausbildung einen hervorragenden Platz ein. Sie ist, bisher meist unsystematisch, lückenhaft und von zu kurzer Dauer gewesen. Ein Aehnliches gilt für die mit der Leitung und Kontrolle betrauten Kräfte, die zugleich Instruktoren sein müssen. Abgesehen von ihrer nicht ausreichenden Zahl lassen die meisten unter ihnen die geeignete berufliche Vorbereitung vermissen. Hier öffnet sich dem Technikum ein weites Feld der technischen Erziehung aller jener Kräfte, die an der Aus-