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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 264

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Die Aufgaben des Technikums in Haifa
Date
1930-07-01
Page
Seite 264 (sequence 2)
Language
German
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264* nati°nale Wille, noch Kapital allein ausreichen, um die landwirtschaftliche Kolonisation erfolgreich zu gestalten und hat zum Zweck ihrer Forderung weitere Leistungen hinzugefügt: sorgfältige Ausbildung der in die Landwirtschaft Eintretenden, Beratung und Anleitung der angesiedelten Kolonisten und ein systematisches Versuchswesen zur Klärung der bestehenden Probleme und Mitwirkung an ihrer Lösung. Im Gegensatz zu dieser vielseitigen Unterstützung der Landwirtschaft steht die stiefmütterliche Behandlung eines anderen Hauptgebietes produktiven Schaffens, das Industrie, Handwerk und Bauwesen umfaßt. Es bedarf heute keiner Diskussion mehr, daß diesen Wirtschaftszweigen — im folgenden zusammenfassend als „technische" bezeichnet — keine geringere Bedeutung für den Aufbau des Nationalheims und die Regeneration des jüdischen Volkes zukommt als der Landwirtschaft. Nach der Zahl der in ihr beschäftigten Arbeitskräfte — selbständigen und Lohnarbeitern — sind sie ihr sogar überlegen: nach dem gegenwärtigen Stande etwa 11.000 gegenüber 10.000. Dabei ist die Reserve der nicht ständig beschäftigten Arbeiter durch eine zufällige momentane Konjunktur in die Landwirtschaft eingerechnet, während sie gewöhnlich von den vorübergehend in den Hintergrund getretenen Bau- und öffentlichen Arbeiten absorbiert zu werden pflegt. In normalen Verhältnissen kommt das zahlenmäßige Uebergewicht der technischen Berufe noch stärker zum Ausdruck und verschiedene Gründe sprechen dafür, daß es auch in Zukunft so bleiben wird. Ungeachtet ihrer vielseitigen Bedeutung wird den technischen Berufszweigen nahezu jegliche Förderung seitens der nationalen Institutionen vorenthalten. Auf diesem Gebiet bleibt alles der individuellen Initiative und Kapitalaufbringung überlassen und die Privatunternehmung muß ihren Weg aus eigener Kraft mühselig erkämpfen. Aber sie vermißt auch jede indirekte Förderung, die sonst überall in den Händen öffentlicher Institutionen liegt. Als Folge hievon ist die systematische Berufsvorbereitung und fachliche Ausbildung bisher nicht über bescheidene Anfänge hinausgekommen. Die berufstätigen Kreise finden nirgends eine wegweisende Anleitung in den Schwierigkeiten ihrer Tagesarbeit. Die vielen allgemeinen Probleme, die aus den unerforschten Verhältnissen des Landes erwachsen, haben keine Stätte, wo systematische Versuchsarbeit sie ihrer Lösung näherbringt. Das Ergebnis dieser Vernachlässigung ist: die technische Arbeit ist noch vielfach rückständig geblieben, die Qualität ihrer Leistung steht nicht auf der

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