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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 260

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
Date
1930-07-01
Page
Seite 260 (sequence 28)
Language
German
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2560 wirtschaftliche Entwicklungsprozesse anders als mit dem Maßstab des Status quo messen. So unterstreicht und wiederholt sie zum Beispiel immer wieder ein Detail, die Existenz einer Zahl arabischer Arbeitsloser, von denen sie ohneweiters annimmt, daß sie durch' die jüdische Einwanderung in ihre ökonomischen Schwierigkeiten geraten sind.33) Die Zahl dieser arabischen Arbeitslosen wird an verschiedenen Stellen für verschiedene Zeitpunkte mit 1600 bis 2000 angegeben. Nehmen wir einmal an, diese Angaben seien richtig. Schon das ist eine großherzige Annahme unserseits. Diese Ziffern sind urplötzlich im Lauf der Sitzungen der Shaw- Kommission aufgetaucht. Bekanntlich gibt es keinerlei Registration von arabischen Arbeitern und Arbeitslosen. Diese Angaben gehen also auf bloße Mutmaßungen und rohe Schätzungen der Distriktsbeamten zurück, deren Zuverlässigkeit keineswegs verbürgt ist. Aber die Richtigkeit der Ziffern angenommen, so hat die Kommission anscheinend zwei Kleinigkeiten vergessen. Erstens: auch wenn irgend jemand die Behauptung wagen würde, daß es diese 1600 Arbeitslosen im Jahre 1920 nicht gegeben hat, so muß man auf der anderen Seite hinzufügen, daß unterdessen — nach Abzug der Rückwanderung — etwa 35.000 Arbeiter und Handwerker ins Land eingewandert sind und in nützlicher Erwerbstätigkeit Beschäftigung gefunden haben. Zweitens: man muß ebenso hinzufügen, daß Tausende von arabischen Arbeitern, die bi»j zu Entwicklung des jüdischen Siedlungswerks in kümmerlichsten Umständen in ihren Pächterdörfern gesessen haben, erst in den jüdischen Kolonien, Speditions- und Importgeschäften als Arbeiter, Packer, Träger dauernde Beschäftigung gegen Lohn gefunden haben. Die Schaffung eines arabischen Lohnarbeiterstandes in der Landwirtschaft überhaupt, ist erst das Produkt — wenn auch das von uns in seinem sozialen Wert bestrittene Produkt — jüdischer privater PflanzungsWirtschaft. Jeder, der über eine ganz oberflächliche Betrachtung hinausgeht, wird zu dem Schluß kommen müssen, daß diese Gesamtentwicklung die Tatsache der 1500 Arbeitslosen bei weitem aufwiegt. Welcher Zusammenhang soll überdies zwischen ihrer Arbeitslosigkeit und der jüdischen Wirtschaftstätigkeit konstruiert werden? Wenn die Zahlen des Berichts auf Wahrheit beruhen, so sind die arabischen Arbeitslosen entweder unter den Steinhauern, Maurern und Bauhandwerkern solcher arabischen Städte wie Ramallah oder Ain Karem — in die ein jüdischer Arbeiter noch kaum einen Fuß gesetzt hat — öder 3») Seite 105—106.

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