Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 259 (sequence 27)
- Language
- German
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bei der Untersuchung komplizierter ökonomischer Vorgänge, bei 259 denen eine Vielzahl von teilweise unabsehbaren Faktoren als Ursachen mitwirken, hat die sozusagen angeklagte Seite keineswegs „the benefit of the doubt", den der Mufti und die arabische Exekutive bei der Untersuchung einfacher krimineller Umtriebe genießen. Hier darf ohneweiters die schlechteste Absicht, bewußter Betrug, Vertrauensbruch, Verletzung übernommener Verpflichtungen angenommen werden. Aber das ist noch nicht alles. Auch die Frage der ökonor mischen Aufnahmefähigkeit des Landes für Einwanderung muß, wie das Bodenproblem, als ein dynamisches Wirtschaftsproblem im Gesamtzusammenhang der ökonomischen Entwicklung des Landes gesehen werden. In diesem Zusammenhang ist der Mechanismus elastischer Selbstregulierung der Immigration nichts anderes als ein Schutzdamm, der den lebensspendenden Strom in Schranken hält. Lassen wir auch in diesem Zusammenhang — besonders £ur Aufklärung des Immigrationsdepartements der Palästina-Regierung — noch einmal die Verfasser des Essay „The Population Problem" sprechen. Zur Frage der Regulierung der Arbeiterimmigration schreiben sie unter anderem wie folgt:32) „Der einzig sichere und vernünftige Weg, die Arbeit zu betrachten, ist nicht die, sie als ein Reservoir anzusehen, aus dem man schöpft, wenn sie gebraucht wird, sondern als einen wesentlichen (integral) Teil der industriellen Maschinerie, bei welcher die natürlichen Hilfsquellen, Kapital und Verwaltung, die anderen wirkenden Teile sind... Wissenschaftliche Kontrolle der Entwicklung nach diesem Gesichtspunkt würde die Arbeit in zunehmendem Maße produktiver gestalten und würde eher höhere Standards ermöglichen, als zu niedrigen zwingen." Dieser Anschauung, die die führenden Nationalökonomen eines der großen britischen Siedlungsländer vertreten, die dynamische Auffassung des ökonomischen Immigrationsproblems, ist die Auffassung, um die wir mit unserm Einwanderungsdepartement seit Jahren — und wie oft vergeblich — gekämpft haben und die die Untersuchungskommission nicht anders zu erklären weiß als aus den geheimen Absichten der Juden, mit Hilfe einer überstürzten Einwanderung die politische Herrschaft im Lande an sich zu reißen. Die Kommission geht dabei noch hinter die unzulängliche Praxis unseres Immigrationsdepartements zurück. Sie kann auf keinen ö2) Pilipps and Wood, 1. c, Seite 144.