Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 258 (sequence 26)
- Language
- German
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nutzimg der Konjunktur seitens der arabischen Grundbesitzer. Sie erschloß weiterhin über Nacht einen relativ weiten und kaufkräftigen Markt für den Absatz von Gemüse, Fleisch, Milch, Butter und Eiern. Selbst wenn man in Rechnung setzt, daß diese Marktausweitung zum Teil eine vorübergehende war (insofern die Rückwanderung von der Brutto-Immigration abzuziehen ist), so hat auch der Gewinn der arabischen Produzenten eben ein Konjunkturelement enthalten, was an der Tatsache des Gewinnes selbst nicht das Geringste ändert. Was geschah nun, als die Einwanderung zum Stillstand kam und die Depression einsetzte? Hat die arabische Bevölkerung die Verluste der Rückwanderung getragen? Im Gegenteil, nach dem Bericht der Shaw- Kommission muß sie davon ökonomisch aufgeblüht sein. Hat die Regierung vielleicht den Arbeitslosen die Unterstützung gezahlt? Nicht einen Piaster. Sind die verarmten Immigranten der Staatskasse zur Last gefallen? Keineswegs. Alles, was die Regierung getan hat — und wofür ihr der Jischuv auch noch dankbar war —, war, daß sie einige, ohnehin planmäßig vorgesehene Arbeiten des Public Works Department um einige Monate beschleunigte und bei diesen Arbeiten (gegen ihre sonstigen Gepflogenheiten) bis zu 17 Prozent jüdische Arbeiter beschäftigte. Vom Standpunkt einer ökonomischen Gewinn- und Verlustrechnung müßte man also vielleicht die Differenz im Lohn dieser 17 Prozent jüdischer Arbeiter im Vergleich mit derselben Zahl arabischer den Mehreinkünften, die die öffentliche und private Wirtschaft Palästinas aus der Einwanderung gezogen hat, gegenüberstellen. Dieser Vergleich würde ohne Weiteres beweisen, daß das Schreckgespenst der Krise, mit dem der Bericht operiert, vom Standpunkt der nichtjüdischen Interessen jedenfalls nur — eine Vogelscheuche ist. Dabei läßt es diese Kommission nicht einmal bei der ökonomischen Brandmarkung der jüdischen Einwanderungspolitik, wie sie in der Krisis 1926/27 zum Ausdruck gekommen ist, sein Bewenden haben. Sie will die armselig zusammengenagelten Bretter mit den daran hängenden Lumpenfetzen von Argumenten auch noch dazu benützen, politische Vögel zu scheuchen. Sie geht so weit31), in der jüdischen Einwanderungspolitik der Krisenjahre den schlüssigen Beweis dafür zu sehen, daß die zionistische Exekutive mit Vorbedacht von ihren auf Grund des White Paper 1922 abgegebenen feierlichen Versprechungen, die ökonomische Aufnahmefähigkeit des Landes als Schranke für die Immigration anzuerkennen, abgewichen sei. Hier, ai) Seite 112 und Seite 141.