Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 257 (sequence 25)
- Language
- German
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wesen sein mögen, eine Periode schwerer Depression, Arbeits-» 257 losigkeit, Arbeitslosenunterstützung, Notstandsarbeiten, Rückwanderung eingetreten. Alle diese planmäßig oder automatisch ergriffenen Gegenmaßnahmen haben dazu beigetragen, das Gleichgewicht langsam wieder herzustellen. Mitte 1929 war die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder mehr oder weniger normal, die Wirtschaft für eine neue ökonomische Aufstiegsperiode vorbereitet.29) Will man die Bilanz dieser Jahre ziehen, so mag es vom Standpunkt des jüdischen Kolonisationswerks fraglich sein, wie ihre Gewinn- und Verlustrechnung zu beurteilen ist. Vom Standpunkt des jüdischen Aufbauwerks müßte gefragt werden, ob wir nicht die vierte Alijah mit den relativ igroßen Kapitalverlusten, den Monaten der unproduktiven Arbeitslosenunterstützung, der Verschwendung menschlicher Energie in der Hungerszeit, dem Verlust ungreifbaren nationalen Kapitals in der Rückwanderung, der schweren Vertrauenskrisis in den jüdischen Volksmassen, die sie zeitweilig mit sich brachte, allzu teuer bezahlt haben. Von diesem Standpunkt müssen wir streng prüfen, ob sich nicht Mittel und Wege finden lassen, um diese Verluste und Gefahren in der Zukunft so weit als möglich zu vermeiden. Trotzdem — es sind unsere eigenen Verluste, die Verschwendung unseres eigenen Guts und Bluts, die Belastungsprobe für unsere eigene Hoffnung, kurzum unsere eigene Angelegenheit. Wie aber sieht vom Standpunkt des Landes Palästina und der arabischen Bevölkerung die Bilanz dieser Periode aus? Jedenfalls ganz anders. Von diesem Standpunkt bedeuten die Jahre der vierten Alijah zunächst einmal Jahre des sprunghaften Ansteigens der öffentlichen Einnahmen aus Zöllen, Steuern, Baugebühren usw.30) Die Palästina-Regierung hat in der Aufstiegsperiode der vierten Alijah über ein Einnahmebudget verfügt, das seither auch nicht annähernd wieder erreicht worden ist. Zwischen 1923/24 stiegen die öffentlichen Einkünfte um etwa 500.000 Pfund, 1924/25 um weitere 700.000 Pfund, um dann mit dem Einsetzen der Krise wieder um hunderttausende von Pfunden zurückzugehen. Diese öffentlichen Mehreinkünfte standen der Regierung jedenfalls für die Verbesserung der Administration, den Ausbau der öffentlichen Dienste und „improvements" im Interesse des ganzen Landes zur Verfügung. Die stark einsetzende Immigrationswelle brachte ferner eine sprunghafte Steigerung der Bodenpreise und eine unerhörte -spekulative Aus- 29) Seite 106. Seite 25.