Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 256 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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256 n^c^ überschritten hat27) und im Vergleich zum Beispiel mit den argentinischen Durchschnittsziffern relativ günstig abschneidet. Sie hätte diese Tatsache auf den relativ hohen Grad der Organisation der jüdischen Kolonisationstätigkeit in Palästina zurückführen müssen. Statt dessen starrt der Bericht wie gebannt auf den einen Punkt, aus dem er glaubt, der jüdischen Einwanderung einen großen Strick drehen zu können: die Periode der Depression und Arbeitslosigkeit der Jahre 1927/28 als Folge der vergrößerten mittelständischen Einwanderung, der sogenannten vierten Alijah. „Es wurde vor uns von den arabischen Zeugen heftig gerügt,", heißt es da im Bericht28), „daß die Last, welche dem Steuerzahler infolge der von uns beschriebenen Lage aufgebürdet wurde, das direkte Ergebnis davon war, daß mehr Einwanderer zugelassen wurden, als das Land gegenwärtig aufnehmen kann. Unserer Meinung nach kann kein Zweifel darüber sein, daß Sir John Campbell recht hatte, wenn er berichtete, daß die Krisis 1927/28 zuzuschreiben war: der Tatsache, daß über die ökonomische Aufnahmekraft hinaus Einwanderer nach Palästina gekommen waren." Es verlohnt sich, bei diesem Argument des Berichts noch stehen zu bleiben — und die Wirkungen, die von der mittelständischefn Einwanderung und der Krisis 1927/28 auf das ganze Land, insbesondere die arabische Bevölkerung, ausgingen, etwas näher zu betrachten. Gehen wir davon aus, die Palästina-Regierung und die zionistische Exekutive hätten in den Anfangsstadien der vierten Alijah ihr Bestes getan, um die ökonomischen Aussichten der mittelständischen Einwanderung und die Möglichkeiten ihrer Absorption so genau als möglich abzuschätzen und die Immigration dementsprechend zu regulieren — und hätten sich dennoch verkalkuliert. Lassen wir die Gründe für dieses Fehlurteil dahingestellt sein. Es läßt sich darüber streiten, ob sie voraussehen konnten, daß eine Währungskatastrophe in Polen das Eigenkapital der Einwanderer und ihre Reserven über Nacht aufzehren, oder daß viele dieser Immigranten ihr Vermögen ohne weiteres in Mörtel und Steinen festlegen, oder daß sich die Kapitaldecke der mittelständischen Einwanderung überhaupt als zu kurz, sozusagen nur bis zu den Knien reichend, erweisen würde (wie ich seinerzeit zu zeigen versucht habe). Jedenfalls ist als Folge dieser Entwicklung, welches auch immer ihre Gründe ge- 27) Seite 101. 2») Seite 106.