Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 253 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Lebensführung stellen oder sich mit einem bescheidenen Standard 253 of life begnügen. Eine genaue Feststellung der ökonomischen Aufnahmefähigkeit eines Einwanderungslandes ist deshalb nur denkbar, wenn man von der Voraussetzung einer wirklichen Kontrolle aller dieser variablen Faktoren ausgeht. Eine derartige Kontrolle wäre — theoretisch gesprochen — eigentlich nur im Rahmen einer vollkommen durchorganisierten Gemeinwirtschaft möglich, deren Wirtschaftsplan nicht nur eine genaue Bestandaufnahme verfügbarer natürlicher Hilfsmittel und Materiallager umfassen, sondern auch die zur Investition in der bevorstehenden Wirtschaftsperiode verfügbare Kapitalmasse genau im Voraus kennen, die Richtung der Investitionen vorher wissen und den Lebensstandard der Bevölkerung wenigstens einigermaßen zu kontrollieren imstande sein würde. Es dürfte nicht sehr schwer sein, mich und die gesamte palästinensische Arbeiterbewegung davon zu überzeugen, daß eine solche Planwirtschaft wirklich den Bedingungen eines modernen Einwanderungs- und Kolonisationslandes am besten entsprechen und die produktivsten Ergebnisse der Anpassung und der Aufnahmekapazität des Landes an seine wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit zur Folge haben würde. In der Tat entspricht diese Auffassung auch wieder der besten Einsicht moderner Kolonisationswissenschaft. Die oben zitierte Arbeit von Philipps und Wood sagt zum Beispiel zu diesem Punkt: „Die wichtigste Schlußfolgerung aus diesem Argument ist, daß in Australien, wenn es das Beste mit seiner Bevölkerung wirken will, der industriellen Entwicklung eine Art von sozialer Direktive gegeben werden muß, in bezug auf die Bedingungen der Verwendung von Arbeitern. Diese würde bedeuten, eine planmäßige Entwicklung der Industrie, zweitens einen größeren Konzentrationsgrad, um alle vermeidbaren Spesen auszuschalten, die Entwicklung einer besseren Technik in Bezug auf die Nutzung von Kapital und Arbeit und einen Versuch, die hauptsächlichsten Schwankungen im Geschäftsbetrieb auszurotten. Kurz, wir müssen planmäßig unsere vorhandene und potentielle Menschenkraft so verwenden, daß die höchste Wirkung resultiert."23) Man mag vielleicht daran zweifeln, ob Sir Walter Shaw und seine Kollegen diese „sozialistischen" Meinungen teilen. Jedenfalls aber muß man, solange diese große Planwirtschaft nicht existiert, solange man weder die Größe der Kapitaleinfuhr, noch 2*) Seite 100.