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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 251

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
Date
1930-07-01
Page
Seite 251 (sequence 19)
Language
German
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und allein der zionistischen Exekutive zur Verfügung ge- 251 standen haben, die die Regierung jeweils darüber informierte, jan welche britischen Konsuln im Ausland sie zu überweisen seien. Er muß ebenso gewußt haben, daß die Auswahl der Kandidaten für die Einreise nach Palästina durch die lokalen Palästina-Aemter in den verschiedenen Ländern erfolgt, die aus Vertretern aller zionistischen Parteien zusammengesetzt sind. Daß bei der Entscheidung der lokalen Palästina-Aemter über ein Gesuch um Immigrationsbewilligung das politische Glaubensbekenntnis der Kandidaten vor ihrer ökonomischen Brauchbarkeit den Vorrang hat, oder daß es überhaupt ins Gewicht fällt, ist schon durch die politische Vielfarbigkeit der Palästina-Aemter ausgeschlossen. Wenn in den Fragebogen der Palästina-Aemter überhaupt die Frage nach der Parteizugehörigkeit auftaucht (worauf bestenfalls Mr. Hyamson angespielt haben kann), so geschieht es aus rein statistischen Gründen, die von allgemeinem Interesse sind und auf die Entscheidung der Einreisegesuche nicht den geringsten Einfluß haben. Kurzum, die ganze Geschichte von der Usurpation der Einwanderungskontrolle „durch eine Körperschaft, deren Mitgliedszahl weniger als drei Prozent beträgt", leidet daran, daß sie mit den Tatsachen gar nichts zu tun hat. Das ist um so schlimmer für die Tatsachen, wie der berühmte Hegel bekanntlich zu sagen pflegte. Aber wichtiger als eine Richtigstellung dieses oder jenes Details, auf das die Kommission ihre Schlüsse zum Immigrationsproblem basiert, ist eine Untersuchung der prinzipiellen Grundlagen der Anschauung, die sie in bezug auf die Einwanderung vertritt. Auch da wäre es zuviel verlangt, von der Shaw-Kommission zu erw7arten, daß sie das Immigrationsproblem im Lichte moderner sozialökonomischer Erkenntnis, als ein Element im Gesamtprozeß der wirtschaftlichen Entwicklung versteht. Obwohl der Bericht die arabischen Kronzeugen und ihre naiven Analogien nur als den angeblichen Ausdruck der arabischen öffentlichen Meinung zitiert, ist bei näherem Hinsehen die eigene Immigrationstheorie der Berichterstatter, wenn auch in gebildetere Sprache gefaßt, der des Sheiks von Beersheba und des Mayors von Nablus so ähnlich wie ein Ei dem anderen. Der Sheikh von Beerscheba sagt über Palästina 21): „Es ist wie ein Eisenbahnwaggon. Wenn man mehr Leute in den Waggon setzt, als er tragen kann, muß er bersten." Haj Tewfic Hamad, sechs Jahre lang Bürgermeister einer großen arabischen Stadt und ehemaliges Mitglied des türkischen Parla- 21) Seite 98.

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