Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 250 (sequence 18)
- Language
- German
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250 ^ur e*ne ^nteressante Materialquelle. Daß Sir Johns Informationen über die angeblichen agressiven Tendenzen der Arbeiterorganisation in punkto Einwanderungskontrolle auf jüdische Quellen aus der Zeit des rücksichtslosen Kampfes der Konsolidierungspatrioten gegen die Arbeiterbewegung zurückgehen, ist ein delikates Detail, für das die Kommission nicht verantwortlich ist. Eine besondere Stütze erfährt Sir Johns Darstellung aber in den Augen der Kommission durch die Aussage des Chief Immigration Officer, der, wie der Bericht erzählt19), auch seinerseits in camera bezeugt haben soll, daß die Arbeiterorganisation die Blanko-Zertifikate zugewiesen erhalte und bei ihrer Verteilung eher auf das politische Glaubensbekenntnis der verschiedenen Einwanderungskandidaten als auf ihre sachlichen Qualifikationen achte. Was Wunder, wenn die Kommission mit ihren Schlüssen schnell bei der Hand ist? „Wir sind der Meinung," sagt sie, „daß ein Vorgang, der bedeutet, daß die Verantwortlichkeit der palästinensischen Regierung auf eine Körperschaft übertragen wird, deren Mitgliederzahl weniger als drei Prozent der Bewohner dieses Landes ausmacht, nicht verteidigt werden kann. Die bestehende Praxis muß Erregung unter der nichtjüdischen Bevölkerung von Palästina hervorrufen. Daß politische Parteistellung ein entscheidender Faktor bei der Auswahl von Bewerbern bilden soll, fordert die strengste Kritik heraus."20) Wir können nicht absolut sicher sein, ob die Kommission Mr. Hyamson hier zu Recht zitiert oder nicht. Ein Brief der Exekutive der Arbeiterorganisation hat die direkte Frage an ihn gerichtet, ob seine Zeugenaussage in camera wirklich mit dem übereinstimmt, was der Kommissionsbericht davon mitteilt. Dieser Brief ist bisher ohne Antwort geblieben. Wenn man demnach annehmen soll, daß Mr. HyamsonS Aussage richtig wiedergegeben ist, so ist hier — durch eine zufällige Namensnennung im Bericht — eine kleine Einzelheit von dem bekannt geworden, was unsere hohen Beamten in den geschlossenen Sitzungen der Kommission ausgesagt haben. An den schädlichen und gefährlichen Wirkungen dieser Aussagen ändert der Umstand, daß sie jeder tatsächlichen Grundlage entbehren, nur wenig. Mr. Hyamson zum Beispiel muß sehr genau gewußt haben, daß die Histadruth niemals Zertifikate, ausgefüllt oder blanko, zur Verteilung erhalten hat, daß vielmehr die Zertifikate einzig 19) Seite 104—105. 2<0 Seite 104—105.