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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
Date
1930-07-01
Page
Seite 249 (sequence 17)
Language
German
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Besiedlung der Landesregierung zur Pflicht gemacht, hätte sie hin- 249 zugefügt, daß durch großzügige Aufschließungs- und Kolonisationspläne auch solche Bezirke wie die Beisangegend, der Chule-Bezirk, der Kabara-Bezirk, die Akko-Bueht, das Jordantal noch Zehntausenden von arbeitenden Kleinsiedlern eine Heimstätte und bescheidenen Wohlstand bieten könnten — ihr Bericht über das Landproblem hätte anders ausgesehen. * Dasselbe Gemisch von ökonomischer Ahnungslosigkeit, Unkenntnis der konkreten palästinensischen Probleme, verbunden mit einer guten Portion ausgesprochenen Vorurteils, beherrscht den Bericht auch in der Behandlung des Immigrationsproblems. Auch dieses Kapitel erinnert an jenes berühmte Interview einer kanadischen Delegation mit dem Kolonialminister Grenville, dem Schwager des älteren Pitt, dem sie ihr Anliegen auf Befestigung von Annapolis vortrug. „Ja, Annapolis muß befestigt werden," lautete die Antwort des Ministers, ,,aber, sagen Sie, wo ist dieses Annapolis?" So ungefähr antwortet die Kommission auch dem Sheikh Freih Abu Midyen, als er ihr erklärt, Palästina sei ein kleines Land, das die Zahl der Juden, die hieher kommen, nicht vertragen könne.17) Wie gewissenhaft die Kommission dabei mit Tatsachen umspringt, zeigt vielleicht am besten ihre Darstellung der angeblichen Usurpation der Einwanderungskontrolle durch die Allgemeine Jüdische Arbeiterorganisation. Diese Darstellung ist inzwischen insoferne Geschichte geworden, als sie auch in dem Statement, das die britische Regierung der Mandatskommission des Völkerbundes vorgelegt hat, ausdrücklich erwähnt wird. Die Kommission behauptet18), die faktische Einwanderungskontrolle durch die Verteilung von Blanko-Zertifikaten liege in der Hand «der Histadruth, die die Immigranten nicht so sehr nach ihrer ökonomischen Brauchbarkeit und produktiven Verwendbarkeit beim Aufbau des nationalen Heims wie nach ihrem politischen Glaubeiisbekenntnis auswähle. Diese Behauptung übernimmt sie aus dem Bericht Sir John Campbells, der in dem Report der Jewish Agency- Experten enthalten ist. Daß dieser Report im Allgemeinen zu ganz anderen Schlußfolgerungen in bezug auf Immigrations- und Kolonisationsmöglichkeiten in Palästina kommt als die Shaw-Kommission, ist eine Sache für sich. Seine gegen die zionistisch Praxis gerichteten kritischen Abschnitte hält die Kommission immerhin «) Seite 98.!«) Seite 103.

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