Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 246 (sequence 14)
- Language
- German
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Jaffaorange und andere in der Küstenzone gezogen Früchte mit dem Angebot Schritt gehalten, aber die Verwandlung weiter Landstrecken in diesem Gebiet in Fruchtgärten kann zu Schwierigkeiten führen, wenn nicht zu einer wirtschaftlichen Katastrophe, falls das Tempo zu schnell war." Auch das ist sehr charakteristisch. Wie eigentlich im Falle von Pflanzungen, die wie Orangen und Grapefruit Jahre brauchen, bis sie Frucht tragen, diese „zu plötzliche Wandlung", für die gar keine Absatzvorkehrungen getroffen werden können, auszudenken ist, bleibt das Geheimnis der Kommission. Aber es gibt in der Tat ein Marktproblem. Dte palästinensischen Pflanzer, ihre Verkaufsgenossenschaften, die Exporteure beschäftigen sich damit seit langer Zeit. Von ihnen hätte die Kommission hören können, daß, abgesehen von allgemeinen Weltkrisen wie Kriegen, Revolutionen usw., der Südfruchtabsatz in ganz Europa in steter Ausdehnung begriffen ist, daß der palästinensische Export bisher nur einen einzigen Winkel Europas, das Vereinigte Königreich, berührt hat und seine Möglichkeiten auf dem Kontinent noch nicht einmal auszunutzen begonnen hat, daß für bestimmte Sorten, wie zum Beispiel Grapefruit, wir im allgemeinen erst am Anfang der Marktentwicklung stehen, daß wenn, wie unvermeidlich, eine gewisse Senkung des Preisniveaus der palästinensischen Erzeugnisse eintreten wird, mit einer weiteren Ausdehnung des Konsums zu rechnen ist. Die Kommission hätte auch vom Empire Marketing Board noch manche andere Argumente lernen können. Sie hätte auch sagen können, daß es heutzutage in der Welt überhaupt so bestellt ist, daß eine wachsende Produktion sich im Prozeß ihres eigenen Wachstums den Markt schaffen muß. Aber der Shaw- Kommission mußte eben, wenn alle Stricke reißen, auch die unglückselige Pflanzungszone Palästinas zum voraussichtlichen Schauplatz einer furchtbaren Katastrophe, eines „economic disaster", werden. Hätten die Juden Baumwolle gepflanzt, so hätte diese Kommission auf den katastrophalen Preissturz der Bekleidungsfasern hingewiesen. Hätten sie ihre Kolonisation auf eine Textilindustrie begründet, so ist ja die Ueberproduktion an Fabrikprodukten eine allgemein bekannte Tatsache. Hätten sie Zucker gebaut, so hätte ein Blick auf die Nöte der Pflanzer in den westindischen Inseln genügt. Das Fazit ist eben: es ist nichts zu machen. Gewöhnen wir uns an den Gedanken: die Welt ist weggegeben. Und diese Welt kann sich eben auch ohne Juden, ohne 246