Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 241 (sequence 9)
- Language
- German
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leben würde, so muß man diese Zahl mindestens verdoppeln. J)ie 241 15.000 Dunam Pflanzungsboden könnten eine Brutto-Einnahme von mindestens 300.000 Pfund oder 20 Pfund per Dunam einbringen; statt weniger als ein Viertel Pfund im Jahre 1928. Die Regierungseinnahmen von diesen Böden könnten also auf das Achtzigfache steigen. Dazu kommen die Einnahmen aus der Milchwirtschaft, der Geflügelzucht, der Imkerei, die auf den übrigen 15.000 Dunam betrieben werden können. Wadi el Hawarat könnte also bequem eine zwölfmal so große Bevölkerung in relativem Wohlstand ernähren und ein ungefähr hundertmal so großes Erträgnis im Jahre aufweisen. Und da kommt diese Advokatenkommission und kokettiert mit ihren 1200 halbverhungerten „squatters" und einer jährlichen Brutto-Einnahme von 6 Pfund pro Kopf. Dabei ist wirklich Wadi el Hawarat, das Melonen baut, noch verhältnismäßig gut daran im Vergleich mit anderen Böden, die sich in der Hand von verelendeten Fellachen befinden und nichts als „Chilfe" tragen, deren Wert man auf nicht mehr als 2 bis 3 Pfund pro Dunam schätzen kann. Und auch diese Böden kann man in der Sprache der Juristen als bebaut definieren und als unberührbar, durch den Status quo geheiligt hinstellen. Aber wenn man das tut, dann muß man noch weitergehen. Wäre diese ganze juristisch formale Betrachtungsweise wirtschaftlich möglich, so müßte die Kommission noch zu ganz anderen Schlüssen kommen. Der Bericht rechnet, etwas verdächtig genau, aus14), daß zurzeit auf der gesamten bebaubaren Bodenfläche Palästinas, die sich in nichtjüdischen Händen befindet, — etwa 10 Millionen Dunam —, ungefähr 92.000 bäuerliche Familien sitzen. Das heißt, daß auf jede ungefähr 109 Dunam, also das Minimum, entfällt. Die Kommission schließt daraus, daß Palästina zurzeit eine größere landwirtschaftliche Bevölkerung nicht ernähren könne. Was tun, spricht Zeus, die Welt ist weggegeben, der Wald, das Feld, der Bienenstock nicht mein. Ich will ganz davon absehen, daß diese schematische Division (die so grundlegende Tatsachen wie die, daß eine große Mehrheit der arabischen Dörfer in den Bergen gelegen ist, wo ganz andere Bedingungen: und Betriebsgrößen vorwalten, einfach übersieht) ganz sinnlos ist. Aber zum mindesten hätte die Kommission sagen müssen: auch die heute auf dem Lande ansässige arabische Bevölkerung, selbst auf dem niedrigen Einkommens- und Lebensniveau von heute, hat sich zum großen Teil ökonomisch nur erhalten, ihre Wirtschaft ausbauen und auf relaxt) Seite 120.