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Palästina · 1930-06-01 · Heft 6 (Juni 1930) · p. Seite 197

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 6 (Juni 1930)
Article
Über die Wandlungen in der Struktur des Grundbesitzes in Palästina
Date
1930-06-01
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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Jahren durchschnittlich ein Pfund, in den achtziger Jahren 1,50 Pfund pro Dunam, um nach dem Kriege gleichfalls auf Hunderte von Pfunden pro Dunam anzuwachsen. Die steigende Tendenz der Bodenpreise war nicht nur in der Nähe der Städte, sondern im ganzen Lande zu beobachten, insbesondere in der Umgebung der jüdischen Siedlungen. So liegt ein Bericht aus den Jahren 1899 bis 1906 vor, nach dem die Preise der für Orangenpflanzungen geeigneten Böden bei Petach-Tikwa in dieser Zeit um das Zehnfache gestiegen sind. Seitdem haben diese Böden weitere Wertsteigerungen um ein Mehrfaches erfahren. Ähnliche Zustände sind in der Umgebung aller jüdischen Siedlungen nicht nur in Judäa, sondern auch in der Gegend von Tiberias zu beobachten. In der Studie eines französischen Sachverständigen über die Verhältnisse Palästinas am Ende des vorigen Jahrhunderts finden wir folgende Schätzung der Böden, die er in drei Kategorien einteilt: sehr gute, bewässerbare Böden 3,50 Piaster pro Dunam; Böden mittlerer Qualität, aber auch bewässerbar, 1,75 Piaster pro Dunam; alle anderen, unbewässerbare Böden, 0,75 Piaster pro Dunam. Wir können also feststellen, daß bereits vor dem Weltkriege eine wesentliche Steigerung der Bodenpreise eingetreten war. Nach dem Weltkriege war dies um so mehr der Fall, als sich das gesamte Niveau der Lebenshaltung stark gehoben hat und damit auch die Bodenpreise bedeutend in die Höhe gegangen sind. Vor dem Kriege haben die Juden durchschnittlich etwa 25 bis 50 Goldfranken, das heißt bis zu zwei Pfund, pro Dunam gezahlt, nach dem Kriege mußten sie für den Dunam Ackerland bis vier Pfund bewilligen; für bewässerbare und für in der Nähe der Städte liegende Böden mußten viel höhere Preise angelegt werden. Es liegt auf der Hand, daß bei ähnlichen Preissteigerungen die Veräußerung der Ländereien zu einem sehr lohnenden Geschäft wurde, durch welches der Grundbesitzer ohne jegliche Mühe Reichtümer anhäufen konnte. In der Geschichte des Palästinawerkes ist wahrzunehmen, wie die Entwicklung der jüdischen Siedlungsarbeit mit einer Steigerung der Grundstückpreise und einem stärkeren Verkauf der Böden an Juden zusammenfällt. Die starke und dauernde Nachfrage nach Boden seitens der jüdischen Kolonisationsunternehmungen ist der wichtigste Faktor im Prozeß der Zersplitterung des Großgrundbesitzes. Sie ist aus den nachstehenden Zahlen der jüdischen Bodenerwerbungen im Laufe von etwa sechzig Jahren, die seit der Gründung der ersten jüdischen Siedlung im Lande, Mikweh Israel, verflossen sind, ersichtlich. Bis zum Weltkriege sind die Zahlen nach Perioden von fünf Jahren geordnet; innerhalb dieser Perioden fanden freilich wesentliche Schwankungen statt.

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