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Palästina · 1930-06-01 · Heft 6 (Juni 1930) · p. Seite 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 6 (Juni 1930)
Article
Über die Wandlungen in der Struktur des Grundbesitzes in Palästina
Date
1930-06-01
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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nen Jahrzehnt der jüdische Grundbesitz um weitere 600.000 Dunam vergrößert worden ist. Diese intensive Bodenerwerbstätigkeit mußte eine sehr empfindliche Preissteigerung hervorrufen, was durch einen Vergleich der einstigen Grundstückpreise mit den heute geltenden festzustellen ist. Es seien hier einige Beispiele aus den verschiedenen Gegenden des Landes angeführt. Vor fünfzig Jahren kostete ein Dunam Ackerland durchschnittlich einen bis fünf Franken. Während im Jahre 1872 Sursuk seine Böden in der Ebene Jesreel um etwa acht Piaster pro Dunam er. standen hat, kosteten im Jahre 1884 die Böden der ziemlich wohlhabenden Fellachen des Dorfes Jafieb in derselben Ebene bereits 70 Piaster. Diese Böden wurden im Jahre 1926 zum Preise von drei Pfund (= 300 Piaster) pro Dunam verkauft. Im unteren Teile der Ebene Jesreel, etwa eine Gehstunde von der Stadt Haifa entfernt, verlangten die Fellachen zu Beginn der achtziger Jahre 7 bis 23 Piaster pro Dunam. Es handelt sich allerdings um eine stark versumpfte Gegend am oberen Laufe des Kischon. Für dieselben Böden wurden im Jahre 1923 Preise von vier bis sechs Pfund pro Dunam gezahlt. In der Umgebung von Jerusalem waren zu jener Zeit die Böden noch sehr billig, unmittelbar um die Stadt herum aber bereits bedeutend teurer. So kostete im Jahre 1883 ein Dunam Weideland in den Bergen zwischen Bethlehem und den Teichen Salomos durchschnittlich etwa fünf Piaster. In der zwischen Bethlehem und Jerusalem gelegenen Ebene Rephaim aber kostete 1884 ein Dunam besten Bodens 2,20 bis 7 Pfund. Gegenwärtig wird dort Boden nicht mehr pro Dunam, sondern pro Pic verkauft. Interessant ist die Entwicklung der Preise in der deutschen Kolonie Sarona bei Jaffa. Im Jahre 1871 stellte sich ein Dunam Boden geringer Qualität auf 60 bis 80 Piaster, Boden guter Qualität auf 1,20 bis 2 Pfund. Zwölf Jahre später kosteten die entsprechenden schlechten Böden 1,20 bis 1,60 Pfund, die besseren 3 bis 4 Pfund pro Dunam. Von der Kolonie etwas entlegene Fellachenfelder waren im Jahre 1883 für 18 bis 36 Piaster pro Dunam erhältlich. Zwanzig Jahre später mußte man für solche Böden viel höhere Preise bewilligen. So kostete im Jahre 1902 ein Dunam mafrusiertes (abgeteiltes) Land bereits 52 Piaster pro Dunam. (Es handelte sich um eine große Fläche von 8900 Dunam, die östlich von Sarona erworben wurde.) Diese Erhöhung war dem Einfluß der gedeihlichen Entwicklung dieser deutschen Kolonie zuzuschreiben. In der Nachkriegszeit haben dieselben Ländereien von und um Sarona infolge des ungemein starken Anwachsens der Stadt Tel-Aviv geradezu unerschwingliche Preise erreicht. Seit 1924 werden dort pro Dunam nicht mehr Piaster, sondern Hunderte von Pfunden verlangt. Desgleichen betrug der Preis der Felder bei der deutschen Kolonie in Haifa in den siebziger

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