Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die Wirtschaftslage Palästinas im ersten Quartal 1930
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 164 (sequence 3)
- Language
- German
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Umsatz der „Tnuwah" (Abteilung des „Maschbir"). 5.684 5.688 5.689 pal. £ pal. £ pal. £ Milch............. 30.370 29.579 4.727 23.247 34.158 Andere landwirtschaftliche Produkte (Eier, — 16.762 32.473 19.651 70.379 96.210 Eine unmittelbare Folge der Unruhen ist auch eine intensive Bautätigkeit in verschiedenen Stadtvierteln Jerusalems und Haifas. Die Notwendigkeit, isoliert gelegene Viertel künftig besser vor Angriffen zu schützen und den Bewohnern das Gefühl größerer Sicherheit zu geben, führte zu einer lebhaften Bautätigkeit in jüdischen Vierteln an der Peripherie von Jerusalem, wobei jüdische Institutionen wesentliche Hilfe leisten. Es handelt sich bei ihr vorzugsweise um Arbeiterhäuser, also um einen billigen Haustyp, der für Angehörige des Mittelstandes und Arbeiter in Frage kommt. In der gleichen Reihe sind die Pläne für die Errichtung von neuen vorstädtischen Arbeitersiedlungen zu nennen, die nach langen Verhandlungen jetzt in das Stadium der Verwirklichung getreten sind. Im ganzen wird zu „Mucharem", dem traditionellen Termin des Ablaufes der Mietverträge, eine starke Verschiebung in den Wohnverhältnissen in Städten mit gemischter Bevölkerung eintreten. Es wird eine Abwanderung der jüdischen Mieter, insbesondere aus den rein arabischen Vierteln in die neuerrichteten jüdischen Häuser erfolgen und nicht nur auf Wohnhäuser beschränkt sein; sie wird vielmehr auch Geschäfts- und Bürohäuser erfassen. Obwohl die jüdische Wirtschaft durch die Unruhen geschwächt wurde, ging die Finanzierung der Baubewegung reibungslos vor sich. Ein erheblicher Teil der Baukredite (für die billigen Haustypen), wurde vom Hilfsfonds und den Hypothekenanstalten zur Verfügung gestellt. Die Auszahlung der Entschädigungen durch die Regierung, die jetzt endlich in die Wege geleitet wird, bleibt weit hinter den Schadensanmeldungen und den tatsächlich verursachten Schäden zurück. Die Regierung hat die Fälle, in denen eine Entschädigung ausbezahlt wird, so begrenzt, daß tatsächlich keine Reparation der erlittenen Verluste stattfindet und die wirklichen Schadensträger ganz auf den Hilfsfonds angewiesen sein werden. Neben der lebhaften Bautätigkeit in den Städten ist auch der Fortschritt des Hafenbaues in Haifa zu erwähnen. Dort erstreckt sich jetzt bereits ein stattlicher Wellenbrecher in die See, während gleichzeitig die Erdarbeiten auf dem Hafengelände im vollen Gange sind. Die Eröffnung eines eigenen Steinbruches in Atlith, der den enormen Steinbedarf des Hafenbaues decken muß, hat sich sehr bewährt, insbesondere auch die Versuche mit jüdischer Arbeit, die eine weit höhere Efficiency zeigte, als die mit billigen arabischen Arbeitskräften durchgeführte. Dieses Detail ist deshalb bemerkenswert, weil die Frage der Beschäftigung jüdischer Arbeiter beim Hafenbau bekanntlich bereits lange vor dem Beginn der Arbeiten eine große Rolle spielte (fair wages Klausel!) Von englischer Seite hielt man den jüdischen Forderungen die hohen Löhne der jüdischen Arbeiter im Vergleich mit arabischen entgegen, während man von arabischer Seite überhaupt eine stärkere Heranziehung jüdischer Arbeiter bekämpfte. Auch die seit langem geplanten Reparatur- und Erweiterungsarbeiten im Hafen von Jaffa dürften jetzt endlich, nachdem vor wenigen Tagen nochmals eine Aus-