Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
Date
1930-04-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379883-2379887-2391176--10499-2391352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 neute schon geschieht, sind schon die ersten bedenklichen Anzeichen vorhanden, wie etwa in Kinnereth. Wir haben daher vorgeschlagen, als die Versuchsstation in Dagania noch eine Zweigstelle hatte, uns Boden und Mittel zur Verfügung zu stellen, um diese Frage zu klären (s. S. 27 des Berichtes der Versuchsstation). Dadurch hätte ökonomischen Schädigungen vorgebeugt und das Suchen späterer nutzloser Kuriermethoden vermieden werden können. Auch hier sollte der Satz gelten: Versuche sollen der Kolonisation vorausgehen und nicht sich hinter ihr herschleppen. Die Richtigkeit dieser Auffassung ist schon jetzt in Kinnereth, Dagania und benachbarten Siedlungen zu erkennen. Forschungsmethoden. — Die Probleme der Versuchsstation wurden ihrer ökonomischen Wichtigkeit nach aufgestellt. Jede Verschiebung in ihrer Reihenfolge würde verfehlt sein. Wenn aber auch die Problemstellung diskutierbar sein soll, so stehen die von sämtlichen Abteilungen der Versuchsstation angewendeten Methoden zu ihrer Lösung außerhalb jeder Diskussion. Auf dem Feld und in den Laboratorien arbeiten wir nicht nach von uns erfundenen, sondern nach im internationalen Versuchswesen üblichen Methoden, an denen ebensowenig zu rütteln ist wie an den Einheitsmaßen Meter, Kilogramm, Kalorie, Kilowatt usw. Im Versuchsfelde sind Maß, Größe, Form, Lage, Anzahl der Parzellen im großen und ganzen vorgeschrieben, und ebenso steht es auf jedem Forschungsgebiet in den verschiedenen Laboratorien. In der Medizin wurde nicht in den Krankenhäusern der Krankheitserreger entdeckt und bekämpft, sondern in den Laboratorien. So ist es in vielen Beziehungen auch in der Landwirtschaft. Die Milch wird durch Pasteurisierung zur Aufbewahrung geeignet gemacht, und diese trägt den Namen des großen Forschers Pasteur. Das gleiche gilt für Weinbereitung und Konservierung von Früchten. Die Gewinnung des Stickstoffes aus der Luft, eine Entdeckung, die die Landwirtschaft revolutioniert hat, ist im Laboratorium vor sich gegangen. Bevor der Forscher Schädlinge und Krankheiten bekämpfen kann, muß er ihre Biologie genau kennen. Es ist nicht so, wie es sich der Laie vorstellt, daß der Entomologe und Pathologe mit einer großen Spritze bewaffnet ins Feld gehen und Krankheiten und Schädlinge ausrotten. Er würde dann nur zusammen mit den Schädlingen auch die Pflanzungen töten. Das erste übersichtliche Feld liegt im engen Raum des Laboratoriums. Nach mühsamer Arbeit von Vorstudien kann man ins Feld gehen, neue Versuche anstellen und dann erst ins große Gebiet der Praxis übergehen. Es ist z. B. nicht so einfach, Mäuse zu bekämpfen, weil die Mäuse feinfühlig sind und jedes Gift verschmähen. Die Hauptsache ist nicht die Kunst der Giftmischerei, sondern das Finden eines geeigneten Köders, und dafür kann vielleicht,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.