Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 143 (sequence 15)
- Language
- German
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überhängende Früchte. Im Orangendistrikt ist überhaupt von fast jeder anderen Sommerfruchtkultur dringend abzuraten. Der nur schwache Winterbefall der Orangen ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Fliege während der übrigen Jahreszeiten nur in beschränktem Umfange Früchte zu ihrer Entwicklung findet. Bei Anpflanzung von Mango, Guaven u. a., die als bevorzugte Ceratitiswirtspflanzen bekannt sind und im Sommer Frucht tragen, ist durchaus anzunehmen, daß der Winterschaden an Orangen stark zunehmen wird. — Für die Bekämpfungsmöglichkeiten sind die Aussichten gute. Die genaue Ausarbeitung der Bekämpfungsmethoden erfordert jedoch im glücklichen Mindestfalle anderthalb, wahrscheinlich aber zweieinhalb bis drei Jahre. Die Biologie dieses so außerordentlich wichtigen Schädlings ist von der entomologischen Abteilung der Versuchsstation studiert und ihre Ergebnisse veröffentlicht worden (vergl. Zirkular 2). Es sind ferner einige Beispiele bekannt, in denen auf wildwachsenden Pflanzen vorkommende Schädlinge auf Kulturpflanzen übergehen, so daß über die genauen Bedingungen und Bekämpfungsmöglichkeiten auch hierüber Studien angestellt werden müssen. Es stellte sich sehr bald heraus, daß die Übertragung von im Auslande ausgearbeiteten Bekämpfungsmethoden von Schädlingen auf hiesige Verhältnisse mit großer Vorsicht zu geschehen hat. Bei automatischer Anwendung der ausländischen Erfahrungen waren häufig Unwirksamkeit der angewandten Mittel und sogar Blätterverbrennung die Folge. Ferner waren die geeigneten Bekämpfungszeiten einer Prüfung zu unterziehen, die dadurch noch besonders erschwert wurde, daß die Schädlinge in den verschiedenen klimatischen Bedingungen innerhalb des Landes selbst verschiedene Lebensbedingungen vorfinden. So produziert die oben erwähnte Fruchtfliege in der Schefelah sieben Generationen, in Jerusalem fünf und im Jordantal zehn Generationen pro Jahr. Erst durch Hunderte von Versuchen mit verschiedenen Bekämpfungsmitteln und -Zeiten konnten hier für die Praxis verwertbare Resultate erzielt werden. Bewässerung. — Die Bewässerungsfrage auf schwerem Boden ist nicht nur eine Sparsamkeitsfrage im Wasserhaushalt der Natur, Überwässerung kann auch schwere Folgen nach sich ziehen, indem alkalische Stoffe abgelagert werden. Es wurden mir auf meiner Reise in Kalifornien im Jahre 1920 in Fresno 80.000 Acres gezeigt, die durch Überwässerung verdorben worden sind. Wenn wir bis jetzt noch nicht vor dieser Kalamität stehen, so ist das nicht unserer Weisheit und Voraussicht zuzuschreiben, sondern nur dem Umstand, daß wir bisher auf schweren Böden nicht bewässert haben. Wo es aber in kleinem Umfange