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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
Date
1930-04-01
Page
Seite 145 (sequence 17)
Language
German
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um bei dem Beispiel zu bleiben, ein näherer Kontakt mit den Mäusen notwendig sein, als er im Felde möglich ist. Die Naturerscheinungen in ihren großen Ausmaßen lassen sich nicht ohne weiteres in das beschränkte menschliche Gesichtsfeld einzwängen. Es ist die Kunst des Forschers, die Erscheinungen so herauszulösen und zu kombinieren, daß sie zu bewältigen und zu deuten sind. Aus den Anfängen von Chederah. Von Moses Smilansky, Rechoboth. Vorbemerkung der Redaktion: In einem Heft der vom Keren Kajemeth herausgegebenen Broschürenreihe: „Lanoar", erzählt M. Smilansky die Geschichte der Kolonie Chederah von den ersten schweren Gründungs jähren bis zur Gegenwart. Die Kolonie wurde im Jahre 1891 gegründet, nachdem einige Jahre vorher der Kauf einer Fläche von 30.000 Dunam durch die Gesellschaft Chowewe Zion zum Abschluß gekommen war. Das Terrain, auf dem sich die neuen Kolonisten ansiedelten, war vollständig versumpft. Die Ursachen der Sumpfbildung lagen in den reichen Quellen des Gebietes und in großen Ansammlungen von Regenwasser, das keinen Abfluß fand. Die Folge war ein verheerendes Auftreten der Malaria, die eine Entvölkerung des ganzen Bezirkes verursachte. Die jüdischen Kolonisten fanden daher nur Überreste ehemaliger arabischer Dörfer vor, als sie mit der Besiedlung begannen. Aber auch sie wurden von dem Fieber furchtbar heimgesucht. In den ersten zwei Jahrzehnten ihres Bestehens, von 1891 bis 1911, verlor die junge Kolonie von ihren 540 Bewohnern 215 durch Malaria. Alle Bemühungen, dem Wüten der Krankheit Einhalt zu tun, blieben lange Jahre ergebnislos. Nach Überwindung unzähliger Schwierigkeiten, vieler Entbehrungen und Leiden kam der jungen Siedlung im Jahre 1899 die Ica zu Hilfe. Damals entstanden die großen Eukalyptuspflanzungen bei Chederah, die heute noch die Zierde der Landschaft um Chederah bilden. Die Anpflanzung der Eukalyptusbäume und die Drainagearbeiten bewirkten eine Verminderung des Auftretens der Malaria. Smilansky berichtet von der Geschichte mancher Kolonistenfamilien, die vollständig durch das Fieber ausgerottet wurden, aber nicht zu bewegen gewesen waren, den Platz zu verlassen, als es noch Zeit gewesen wäre, sich zu retten. Es gibt keinen kolonisatorischen Versuch der letzten 50 Jahre — so schreibt Smilansky — der in dieser Hinsicht mit Chederah verglichen werden könne. Heute, 40 Jahre nach ihrer Gründung, besitzt die Kolonie eine Fläche von 50.000 Dunam mit 4000 Dunam Orangerien, 3000 Dunam andere Pflanzungen und nahezu 1,000.000 Bäume. Auf der einen Seite des Ortes, wo sich früher ein großer Sumpf ausdehnte, befindet sich die Bahnstation Chederah mit einem jährlichen Umsatz von 1500 Waggonladungen für Chederah. Das Budget des Gemeinderates beträgt 5000 £ jährlich. Die Steuerleistung von Chederah beträgt (ausschließlich der Zölle) 2000 £. Chederah wird heute von einem Kranz jüngerer Siedlungen, die von der Zionistischen Organisation gegründet wurden, Gan Schmuel, Chefzibah, Nachliel und anderen umgeben. Die Entwicklung der Kolonie schreitet von Jahr zu Jahr sichtbar in allen Richtungen vorwärts.

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