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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
Date
1930-04-01
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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sammelnde Kulturen wird die Produktion des Bodens gesteigert; die Futterpflanzen dienen im Fruchtwechsel als Regulatoren für die Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens. Selbstverständliche Voraussetzung für eine Kolonisation auf Basis der Milchwirtschaft ist ferner der Weltmarkt und nicht der beschränkte Lokalmarkt. Weltmarkt bedeutet eigentlich England. Wir treffen uns dort mit Dänemark, Australien, Neuseeland und den Baltischen Staaten. Unsere Produkte können nur dann konkurrenzfähig sein, wenn unsere Farmer sie zum gleichen Preise liefern können wie der dänische Farmer. Denn erstens ist unsere Wirtschaft ebenso hoch kapitalisiert wie die dänische (vergl. Dairy, Tabelle 64) und zweitens ist es ausgeschlossen, daß sich unser Siedler auf die Dauer an einen niedrigeren Lebensstandard anpaßt. Um das zu erreichen, müssen folgende Vorbedingungen erfüllt werden: 1. Unser Boden muß die Produktionskraft des dänischen erreichen, das heißt in Zahlen ausgedrückt: eine Kuh mit 3000 Liter Milchertrag pro Hektar unbewässerten Bodens; 2. unsere Kühe müssen zu gleich hoher Milchergiebigkeit gebracht werden; 3. wir müssen uns die Leistungsfähigkeit, Disziplin und das Organisationstalent des dänischen Bauern aneignen. All das wurde in Dänemark, wie es in allen Handbüchern dick unterstrichen steht, nicht durch die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens usw. erreicht, sondern durch Forschungsinstitutionen und die ihnen angegliederten Instruktions- und Lehranstalten (vergl. u. a. Hertel, Agriculture in Denmark, Copenhagen 1925). Auf unsere Verhältnisse übertragen, bedeutet das, daß wir zunächst unseren erschöpften Boden von einem Ertrage von 50 kg Weizen pro Dunam, der sich für Futterbau überhaupt nicht eignet, soweit zu bringen, daß eine Kuh pro Hektar gehalten werden kann. Mit dem im Lande existierenden Futterpflanzen ist das durch Bodenbearbeitungsmethoden, Dünger, Fruchtwechsel, Aussaat- und Erntezeiten usw. zu erreichen (Abteilung für allgemeine Agronomie). Das reicht jedoch noch nicht aus. Man muß auch besseres Saatgut zur Verfügung haben, was durch Reinzucht oder Kreuzungen zu erreichen ist. Es ist z. B. von großer Wichtigkeit, die Reifezeit der Futterwicke auf die Zeit nach dem letzten Regen zu verlegen, um höhere Erträge und eine bessere Qualität des Wickenheus zu erzielen. Neue Futtersorten müssen eingeführt werden, wie die Luzerne, die der Klee sogar unter Bewässerung nicht ersetzen kann, weil seine Ernte in den Winter fällt, während alle anderen im Sommer angebauten Futterpflanzen, wie Mais, Futterrüben usw., mit einziger Ausnahme der Luzerne nicht das gleiche Nährstoffäquivalent liefern wie der Klee (Abteilung Saatzucht). Im Lande gedeihen eine Reihe wilder Futterpflanzen, die durch Selek-

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