Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 140 (sequence 12)
- Language
- German
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tion und Zucht einen großen Wert bekommen können. Das wäre die Aufgabe einer Zusammenarbeit zwischen angewandter Botanik und Saatzucht. Im Anbau von Futterpflanzen sowie von in einem kombinierten Fruchtwechsel notwendig einzubegreifenden Industriepflanzen entscheidet nicht nur die Quantität des Ertrages, sondern auch seine qualitative Beschaffenheit, das heißt der Prozentgehalt an Zucker, Eiweiß, Fetten usw. (chemisches Laboratorium). Neu eingeführte Kulturen sind Schädlingen und Krankheiten mehr als die heimischen ausgesetzt, und zwar entweder schleppen sie mit sich neue Schädlinge und Krankheiten ein oder sie besitzen eine geringere Widerstandsfähigkeit. So sind alle von den Siedlern auf eigene Faust unternommenen Versuche mit Luzerneanbau mißlungen, weil die Kulturen von gewissen Krankheiten und Schädlingen heimgesucht worden sind. In unseren letztjährigen Versuchen sind zwar vorläufige Erfolge zu verzeichnen, jedoch sind endgültige Schlußfolgerungen noch nicht zu ziehen. Ebenso ging es mit den in den kombinierten Fruchtwechsel eingereihten Versuchen mit Baumwolle, die an moderne Arbeitsmethoden angepaßt und nicht auf billige Lohnarbeit angewiesen sind. Zwar warfen sie hohe Erträge ab, aber ein neuer Schädling ist aufgetreten (Aufgabe der Pflanzenschutzabteilungen Entomologie und Pathologie). Hohe Erträge und Mannigfaltigkeit der angebauten Pflanzen würden noch nicht ausreichen, um einen so dichten Viehbestand zu erreichen, daß der Farmer einen Liter Milch unter 10 Mil verkaufen kann; auch rationelle Fütterung der Kühe und billige Methoden der Kälberaufzucht sind dafür notwendig (Aufgabe der Tierernährungsabteilung). Hohe Anlagekosten und hohe Arbeitslöhne können sich nur dann bezahlt machen, wenn nur auf hohe Qualität hin produziert wird. Das ist der einzige Grund, warum Dänemark, die Schweiz und Holland ihren Platz auf dem Weltmarkt in Ehren behaupten. Die Verwertung der Milchprodukte ist nach dem oben Gesagten der letzte bestimmende Faktor. Dazu gehört ein besonderes Laboratorium für Verwertung von Produkten, wie es in allen zivilisierten Ländern unterhalten wird. Milchindustrie allein kann sich nicht bezahlt machen, wenn sie sich nicht auf die Verwertung der abfallenden Nebenprodukte stützen kann, wie es durch Schweinezucht, Hühnerzucht, Kälberaufzucht usw. geschieht. Da wir von der ersteren absehen müssen, sind wir auf die beiden anderen angewiesen. Eierproduktion für den Weltmarkt erfordert aber auch besondere Einrichtungen, und abgesehen von der eigentlichen Arbeit des Hühnerzüchters müssen besondere Forschungen über Krankheiten ver-