Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 138 (sequence 10)
- Language
- German
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chenden Probleme unter keinen Umständen vernachlässigt werden. Die Hauptfrage ist hier mehr Qualität als Quantität, das heißt auf dem Weltmarkt den gleichen Ehrenplatz einzunehmen wie Kalifornien. Sonst werden unsere Früchte mit der Zeit einen schlechten Ruf bekommen und auf den zweiten oder dritten Rang verwiesen werden3). Auch hier gibt es eine Reihenfolge der Problemstellung; die Selektionsfrage muß an erster Stelle stehen, danach Organisation der Verpackung und des Versands, während Bewässerung, Reihenabstand, Düngung usw. in zweiter Reihe stehen. Auf die speziellen Probleme der Selektion der Unterlagen und Edelreiser wird weiter unten eingegangen. Sollte die Versuchsstation ihren Schwerpunkt auf den Orangenbau verlegen, so müßte sie dasselbe jährliche Budget, das sie jetzt bekommt, dafür ausgeben. Wir würden von denselben zirka 2500 £, die jetzt die Abteilungen für Agronomie und Saatzucht bekommen, eine nicht einmal vollständig ausgerüstete Pflanzungsabteilung unterhalten; denn ohne Laboratorien wird eine wissenschaftliche Hortikulturabteilung illusorisch. Mit einem jährlichen Zuschuß zum Budget der Versuchsstation von 1500 bis 2000 £ könnte man jedoch eine Horticultural-Breeding-Abteilung gründen und unterhalten und sie mit einem weiteren Zuschuß von 6000 £4) großzügig ausrüsten, so daß sie nach sechs Jahren auf kein weiteres Budget mehr angewiesen wäre. Es soll damit nicht gesagt sein, daß wir bis jetzt für Pflanzungen nicht gearbeitet haben; Entomologie und Pathologie haben sich beinahe ausschließlich mit Pflanzungskulturen befaßt; auch die pflanzenphysiologische Abteilung von Oppenheim hat gerade ausschließlich für Orangen Vorstudien gemacht, ohne die die richtige Inangriffnahme der Selektionsfragen unmöglich wäre. III. Methoden der Forschung. Wie erwähnt, kommen für den unbewässerbaren schweren Boden Milchwirtschaft, Feigenkultur, Trauben für Rosinen und gewisse Steinobstsorten in Betracht, für den bewässerbaren Boden Bananen und Zuckerrohr und Zuckerrüben, die aber nur auf beschränkter Fläche zur Deckung des Lokalbedarfs anzubauen und dann durch Schutzzölle zu schützen sind. Wollen wir zur Illustration zuerst die Milchwirtschaft kurz skizzieren und dies aus folgenden Gründen: Sie sichert dem Siedler bereits im ersten Jahre seiner Existenz; durch Dünger, Tiefwurzler und Stickstoff - 3) S. Seite 13 des Berichtes der Versuchsstation 1926. 4) Plan und Kostenanschlag in meinem Memorandum an Dr. Eder vom 29. November 1928.