Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Der Einfluss der jüdischen Aufbauarbeit auf die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas und seiner Bewohner
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 128 (sequence 16)
- Language
- German
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128 Spekulanten zu helfen: die Fellachen werden gehindert, an Juden zu verkaufen, sie müssen wieder mit dem Effendi als alleinigem Käufer rechnen, der Effendi deckt sich billig ein — und verkauft um so teurer an die Juden, die unter dem Eindruck der Agitation gegen den Bodenverkauf natürlich höhere Preise bewilligen. e) Schließlich sammelt sich noch ein Reservoir von Unzufriedenen aus solchen Kreisen, welche gewöhnt waren, von Bestechungsgeldern zu leben: Steuereinnehmer vor allem, die den „Osher" zu schätzen hatten, und sonstige Regierungsbeamte, die unterl englischer Administration gehindert werden, die Gepflogenheiten aus der türkischen Zeit weiter zu praktizieren. Wenn Einwanderung und Kolonisation vermindert werden würden. Nehmen wir einen Augenblick an, es würde aus irgendwelchen Gründen ein Umschwung in der Palästinapolitik eintreten: die Einwanderung würde gesperrt, der Bodenverkauf inhibiert, 100.000 Juden zur Auswanderung gezwungen. Was würde dann eintreten? Zunächst einmal würde die Kapitalreserve, welche die arabische Wirtschaft in ihrem Bodenbesitz hat, zertrümmert werden. Der Bodenbesitzer, Effendi oder Fellach, würde keine Möglichkeit mehr haben, gegen Verkauf von Teilbesitz produktives Geldkapital zu erhalten. Diejenigen Fellachen, die ihre Produkte auf jüdische Märkte schicken, würden ihre Produktion wieder reduzieren müssen. Die arabischen Hausbesitzer würden ihre jüdischen Mieter verlieren, die Häuser selbst würden entwertet werden. Die Regierungseinnahmen würden wesentlich geringer werden. Das Budget würde nicht nur keine Uberschüsse abwerfen, sondern Defizite aufweisen. Der Zinsen- und Tilgungsdienst der neuen 4,5-Millionen- Anleihe, für welche England garantiert hat, käme in Gefahr. Die Regierung würde gewaltige Einschränkungen vornehmen müssen, die Public Works würden eingestellt werden, die Eisenbahnzüge leer fahren, viele Tausende von arabischen Arbeitern würden von der Regierung entlassen werden müssen. Natürlich würde sie versuchen, den Ausfall an jüdischen Regierungseinnahmen durch Erhöhung der übrigen wenigstens teilweise auszugleichen. Die Steuerlast der Araber würde sehr stark steigen. Das Gros der Bevölkerung würde erneut verarmen, sich verschulden und der Exploitierung durch die Effendis wieder anheimfallen. Letztere würden, in der sicheren Erwartung einer Wiederkehr der