Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Der Einfluss der jüdischen Aufbauarbeit auf die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas und seiner Bewohner
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 129 (sequence 17)
- Language
- German
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Juden nach fünf oder zehn Jahren, sich wieder mit großen Landkomplexen billig eindecken und sie später den Juden offerieren. * *< * Das Gros der arabischen Bevölkerung ist über all diese Dinge nicht informiert. Wäre es informiert, so würde es nicht zulassen, daß die Anzettelung von Unruhen und immigrationsfeindliche Kundgebungen einander periodisch abwechseln, lediglich als Instrument großzügiger Bodenspekulation, und es würde nicht zulassen, daß das arabische Nationalvermögen, welches durch die Einwanderung nach dem Kriege bereits auf ein Mehrfaches angewachsen ist und kontinuierlich weiterwachsen kann, durch eine Katastrophenpolitik wieder der Zertrümmerung bis auf den früheren Stand preisgegeben wird. Rückführung auf das Niveau von Transjordanien oder vom Nejd auf der einen, wirtschaftliche Hegemonie in ganz Arabien auf der anderen Seite — das ist die Wahl, vor die es sich gestellt sieht. Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis. Von Agr. J. Elazari-Volcani, Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsstation, Tel-Aviv. Einleitung. Die landwirtschaftliche Wissenschaft baut sich auf Empirik auf. Sie unterscheidet sich von der Praxis nur durch ihre Denkmethode und die Systematik ihrer Auffassung. Während die Praxis impressionistisch vorgeht, ist die Wissenschaft streng analytisch. Die Schlußfolgerungen der ersteren stützen sich nur auf das Gedächtnis, die der letzteren beruhen auf Messen, Wägen und Untersuchungen. Die Resultate des Praktikers stützen sich oft auf Einzelerscheinungen, auf ein ihm im Gedächtnis gebliebenes gutes oder schlechtes Jahr, während der Wissenschaftler nur mit der Summierung der Erscheinungen und ihrem Durchschnitt rechnet. Der Praktiker urteilt nach Wirkungen, der Wissenschaftler forscht den Ursachen nach. Zwar bringt auch die landwirtschaftliche Wissenschaft keine Wunder zustande, sie wirkt evolutionär wie ein Organismus und nicht revolutionär wie die Technik, sie hat bis jetzt keine A eroplane erfunden und wird es, aller Wahrscheinlichkeit nach, auch in der Zukunft nicht tun. Sie besitzt aber die Kraft, den langen Weg der Überlieferung zu verkürzen; und was Tradition in Jahrhunderten geschaffen hat, bringt die Wissenschaft in Jahrzehnten zustande.