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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Der Einfluss der jüdischen Aufbauarbeit auf die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas und seiner Bewohner
Date
1930-04-01
Page
Seite 120 (sequence 8)
Language
German
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120 diesen dimensionalen Bereicherungsprozeß der arabischen Wirtschaft durch loyale Mitwirkung zu beschleunigen oder durch antizionistische Aktionen zu verlangsamen. Es kommt hinzu, daß die Juden auch bereit sind, Teile von jenen 7^2 Millionen Dunam, die als unkultivierbar in der Statistik figurieren, zu erwerben und sie unter Bereitstellung von Assanierungskapital in kulturfähigen Boden umzuwandeln. Die Araber haben somit eine nicht durch Produktion erarbeitete Kapitalreserve von 30 bis 50 oder mehr Millionen Pfund als Geschenk erhalten. Natürlich ist dieses Geschenk zum großen Teil nur theoretisch vorhanden, denn die Bauern können nicht ihren ganzen Boden verkaufen. Wohl aber können sie davon jederzeit kleine Brocken zu stets steigenden Preisen ab verkaufen, und da die Juden bisher kaum 1.2 Millionen von den zirka 20 Millionen Dunam erworben haben, ist noch eine gewaltige Spanne vorhanden. Der Einfluß des jüdischen Kapitals. Vergleicht man, alles in allem, den Status von vor 30 Jahren mit dem jetzigen, so sieht man, was eine Einwanderung von nur 100.000 bis 120.000 Juden für eine Revolution der Wirtschaftsbasis hervorgerufen hat: einFleckchenErde, auf welchem sich damals ein Gesamtvermögen von nicht mehr als 8 Millionen Pfund konzentrierte, zum größten Teil illiquid und nicht liquidierbar, wurde mit 45 bis 50 Millionen Pfund liquidem Geldkapital überschüttet. Außerdem und unabhängig davon haben sich die damalige 8 Millionen durch einfache Wertsteigerung gleichfalls auf das Acht- bis Zehnfache vermehrt. Wäre dieser Kapitalzuwachs restlos produktiv angelegt worden, so hätte das Land heute über 100 Millionen Pfund — statt über 5 — zu disponieren. Naturgemäß ist dies nicht immer geschehen, das Land hat noch nicht gelernt, immer nur den produktivsten Gebrauch von seinem Reichtum zu machen, aber in welchem Ausmaß die 500.000 bis 600.000 Araber Palästinas vor der Möglichkeit stehen, wirtschaftlich, finanziell alle anderen arabischen Länder zu überflügeln und eine absolute Hegemonie zu erwerben, geht aus den Ziffern mit genügender Deutlichkeit hervor. Einfuhr und Ausfuhr. Von den annähernd 50 Millionen Pfund, welche die Juden nach dem Kriege ins Land brachten, ist ein großer Teil wieder nach dem Ausland geflossen, um damit den Überschuß des Imports über den Export zu bezahlen. Dieser Überschuß betrug in den Jahren 1919 bis 1928

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