Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1930-03-01 · Heft 3 (März 1930) · p. Seite 85

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 3 (März 1930)
Article
Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
Date
1930-03-01
Page
Seite 85 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379883-2379886-2390885--10275-2391072
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Arabern verlassen worden waren. Die Juden haben das große Sanierungswerk unternommen und die Sümpfe ausgetrocknet, die das Leben der wenigen arabischen Bewohner bedrohten, welche hier Krankheiten und ständiger Lebensgefahr ausgesetzt waren. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Sanierungsarbeiten,, die die Juden in den letzten Jahren durchgeführt haben. Im Emek hat der KKL. eine Fläche von 120.000 Dunam drainiert. Soeben trocknet er die Sümpfe im Gebiet der Haifabai aus, wodurch 60.000 Dunam assaniert werden sollen; ferner führte er Drainagearbeiten am Jordan bei Kinereth aus. Die American Zion Commonwealth unternahm Ameliorierungen im Emek (Balfouria-Afule-Komplex) und in der Saronebene (Herzlia); die PICA. übernahm die schwierige Aufgabe, die gefürchteten Kabarasümpfe, für die sie eine Konzession der palästinensischen Regierung erhalten hat, auszutrocknen. In kurzer Zeit wird das ganze Kabaragebiet für die Feldarbeit geeignet sein. Hoffen wir, daß auch das Hulegebiet, das jetzt noch unbewohnbar ist, in Zukunft eine Quelle des Lebens für die jüdischen Kolonisten wird. III. Das ist noch nicht alles. Auch direkten Nutzen ziehen die Araber aus der jüdischen Einwanderung nach Palästina. Beträchtliche Geldsummen gelangen in die Hände sowohl der städtischen wie der ländlichen Araber: durch Entschädigungen, durch Wohnungsmiete in den Städten, denn in Jerusalem, Jaffa, Haifa wohnen zahlreiche Juden in muselmanischen oder christlichen Häusern. Die Fellachen verkaufen den städtischen Juden ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Sie verdienen erhebliche Summen als Arbeitslohn in den Kolonien und Städten. Diese Beträge lassen sich nicht genau abschätzen, doch tragen sie jedenfalls zur Bereicherung der arabischen Bevölkerung bei. Diese Bereicherung läßt sich an äußeren Zeichen feststellen, deren wichtigstes die Entwicklung der Bautätigkeit in den arabischen Viertem der Städte mit gemischter Bevölkerung ist und die sich sogar in rem arabischen Städten, wie Ramien, Ramallah, Bethlehem, bemerkbar macht. In der Nähe von Jerusalem sind zahlreiche Vorstädte entstanden. In den Städten selbst ist die Bauarbeit in vollem Gange. Selbst in den arabischen Dörfern, die allen Touristen durch ihre elende, wenn auch malerische Armut auffallen, werden die kleinen Lehmhütten allmählich durch Betonhäuser ersetzt. Leider sind wir nicht in der Lage, statistische Daten über die arabische Bautätigkeit zu geben, da die Regierung die Zahlen nicht gesondert für jede Gemeinschaft veröffentlicht. Es ist daher unmöglich, den Anteil der Araber an den Bauten in Jerusalem, Jaffa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.