Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 3 (März 1930)
- Article
- Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 83 (sequence 4)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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weniger als drei Stunden erreichen kann. Denn es gab kein anderes Transportmittel. Die Wege aus der Vorkriegszeit dienten fast alle strategischen Bedürfnissen, und wirtschaftliche Forderungen zog die türkische Regierung fast gar nicht in Rechnung. Die meisten dieser Straßen waren nachlassig makadamisiertes Pflaster, und man bemühte sich wenig um ihre Ausbesserung. Im Jahre 1921, vier Jahre nach dem Einzug der Engländer, gab es in Palästina nur 460 km Wege, die man zu allen Jahreszeiten benutzen konnte, und 1000 km, die nur im Sommer benutzbar waren. Mit der Ankunft der Juden hat sich das alte Antlitz des Landes verändert. Die rasche Entwicklung, die das Land durch den Aufbau nahm, und vor allem die durch ihn vermehrten Einnahmen ermöglichten es der Regierung, sehr wichtige öffentliche Arbeiten durchzuführen. Zwei Millionen Pfund jährlich wurden vom Fiskus eingenommen, zum großen Teile von den jüdischen Einwohnern. Die von den Experten enthüllten Ziffern konnten nur die Argumente der Gegner widerlegen, die vorgeben, daß sich die Juden auf Kosten der anderen Einwohner des Landes bereichern. 45% der Einkünfte des Fiskus werden von den Juden beigesteuert und nur 55% von der fünfmal größeren anderen Bevölkerung. Die Juden zahlen der Regierung durchschnittlich 7.370 £ jährlich pro Kopf, die Nichtjuden nur 1.840 £ pro Kopf. Die Steuern der jüdischen Bevölkerung haben die Regierung in den Stand gesetzt, in Palästina ein bedeutendes Straßen- und Eisenbahnnetz zu schaffen. Bereits anfangs 1929 gab es in Palästina 750 km Wege, die während des ganzen Jahres befahrbar sind, und 1500 km, die nur im Sommer benutzt werden können. Diese Entwicklung verursacht ihrerseits eine Vergrößerung des Automobilverkehres im Lande. Im Jahre 1920 gab es 50, im Jahre 1925 1700 Autos, und heute erreicht die Zahl der Autos schon die imposante Ziffer von 3000, das heißt ein Auto auf je 300 Seelen. Man bedient sich der Automobile in so hohem Maße, daß dieses Transportmittel eine gefährliche Konkurrenz für die Eisenbahn darstellt. Sogar die Fellachen haben ihre traditionellen Esel und Kamele aufgegeben und bedienen sich des Autobusses, mit dessen Hilfe sie ihre Märkte sehr schnell erreichen. Man sieht nicht selten Automobile aus der Gegend von Gaza und Berscheba, beladen mit Geflügel, Eiern, Gemüse, Früchten usw., die in der Richtung nach den jüdischen Kolonien und Tel-Aviv fahren. Auch die Eisenbahnwagen sind mit Viehfutter beladen, das aus der Gegend von Haifa und Beisan kommt und ebenfalls in die jüdischen Kolonien von Judäa und der Saronebene gebracht wird. Wir stellen die Behauptung auf, daß alle Einwohner Palästinas reichen Nutzen aus der Einwanderung der Juden ziehen.