Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 3 (März 1930)
- Article
- Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 82 (sequence 3)
- Language
- German
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Die oben erwähnten 10c6, die die Juden direkt von den Fellachen erworben haben, liegen zum größten Teil in der Pflanzungszone. In dieser Zone betrieb der Fellache, wie alle primitiven Bauern, extensive Wirtschaft, die bei großen Flächen wenig Nutzen bringt. In diesen letzten Jahren hat er nach und nach das intensive Bewirtschaftungssystem des Juden eingeführt. Er zieht es daher vor, den Juden seinen überschüssigen Besitz zu verkaufen und auf dem ihm verbleibenden Boden Orangen zu pflanzen und dadurch zum unabhängigen Bauern zu werden. Es ist zu bemerken, daß die Preise der Böden, dank der jüdischen Kolonisation, erheblich gestiegen sind und daß der arabische Bauer durch den Verkauf von kleinen Parzellen großen Nutzen zieht. Um sich davon zu überzeugen, genügt eine Betrachtung der Statistik über Orangenpflanzungen vor und nach dem Kriege. Im Jahre 1913 besaßen die Araber nur 20.000 Dunam Orangenpflanzungen, sämtlich im Besitz der Effendis. Die Fellachen besaßen nicht einen Dunam. Jetzt, zehn Jahre nach dem Kriege, besitzen die Araber 45.000 Dunam, von denen nur 25.000 den Effendis und die übrigen 20.000 Dunam den Fellachen gehören. Wir sind weit davon, behaupten zu wollen, daß alle Fellachen Besitzer von Orangengärten geworden sind. Aber es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die Mehrzahl der Fellachen aus der jüdischen Kolonisation direkt oder indirekt einen großen Nutzen gezogen hat. Eine jüdische Kolonie ist für den Fellachen und Beduinen eine unerschöpfliche Quelle des Reichtums. Aus ihnen rekrutiert sich ein Teil der Koloniearbeiter; sie liefern der Kolonie in großen Mengen Dünger, Kalk, Holzkohle, Brennholz, Bausteine usw. und auch verschiedene Nahrungsmittel. Auch die von, den jüdischen Siedlungen weiter entfernt lebenden Beduinen und Fellachen profitieren von dem vermehrten Konsum, der eine Verteuerung der Produkte nach sich zieht. Die großen Kolonien in der Saronebene haben also die Entwicklung der benachbarten Dörfer nicht nur gefördert, sondern auch die Fellachen bereichert und von den Effendis und ihren sonstigen Gläubigern unabhängig gemacht. Es scheint fast überflüssig, auf den allgemeinen Fortschritt des Landes hinzuweisen, der allen Teilen der Bevölkerung in gleichem Maße zugute kommt, ein Fortschritt, der fast ausschließlich der jüdischen Einwanderung zu verdanken ist. Nehmen wir einen Wirtschaftszweig als Beispiel: das Transportwesen. Vor etwa zehn Jahren transportierten die Araber ihre Produkte fast nur auf Eseln und Kamelen. Die Karawanen durchzogen das Land und belebten die Landschaft mit ihrem lässigen Gang. Man brauchte manchmal eine Tagereise, oft länger, um in eines der Dörfer oder in eine Kolonie zu gelangen, die man heute in