Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 3 (März 1930)
- Article
- Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 81 (sequence 2)
- Language
- German
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Israel ein Drittel und manchmal sogar noch einen größeren Teil der Ernte. Der Fellache, der zu gleicher Zeit die Zinsen, das Kapital, das Pachtgeld und außerdem den Zehent an die Regierung zu zahlen hat, braucht weitere Anleihen und gelangt in eine derartig schwere Situation, daß er kein anderes Mittel mehr hat, als seine eigene Parzelle an den Effendi, den Gläubiger, zu verkaufen. Die hier folgenden Zahlen geben ein beredtes Bild von der Konzentrierung der Böden in den Händen einzelner Großgrundbesitzer in Palästina. Nach dem Kriege gab es in Palästina: 11 Bodeneigentümer, die je 100.000 Dunam, 9 „ „ „ 30.000 bis 100.000 Dunam, und 120 ,, „ zirka 10.000 Dunam besaßen. Diese 140 Eigentümer hatten ungefähr 3 Millionen Dunam in Besitz, das heißt den siebenten Teil der gesamten Bodenfläche Palästinas. Die Konzentration der Böden hat den Juden die Möglichkeit gegeben, Boden in großen Komplexen zu erwerben. 90% des jüdischen Bodenbesitzes sind von den Latifundienbesitzern erworben worden; nur 10% hat man direkt von den Fellachen gekauft. Ein schlagendes Beispiel: Fast ein Viertel des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina stammt von einer einzigen Familie: von der Familie Sursuck, die den Juden nahezu 280.000 Dunam verkauft hat. Ferner wurden 150.000 Dunam von 13 Großgrundbesitzern erworben. Das genügt, um zu beweisen, daß die Effendis, welche in den Besitz großer Ländereien gelangt sind, letztere zu hohen Preisen an Juden weiterverkaufen. Diese Konzentrierung der Böden in den Händen einzelner Effendis hält auch jetzt noch an. Betrachten wir einmal die Ziffern der letzten Bodentransaktion in Palästina. Seit 1920 bis 1927, also im Laufe von acht Jahren, haben die Araber 750.000 Dunam verkauft, von denen die Juen nicht mehr als 365.000 erwarben, der Rest ging an Araber über. Wenn wir die Gesamtzahl der in diesem Zeitraum verkauften Dunam nehmen, so können wir konstatieren, daß davon 56% durch Juden, 42% durch Araber und 2% durch ausländische Käufer erworben worden sind. Wir können daraus nur den einzig möglichen Schluß ziehen: daß das „Rettungswerk" der Effendis für die armen Fellachen seinen Fortgang nimmt. Sie nutzen die kritische Situation des Bauern aus, um die größtmögliche Bodenfläche von ihm aufzukaufen und sie später mit großem Verdienst wieder zu entäußern.