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Palästina · 1930-03-01 · Heft 3 (März 1930) · p. Seite 80

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 3 (März 1930)
Article
Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
Date
1930-03-01
Page
Seite 80 (sequence 1)
Language
German
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80 Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber. Von Jehosclma Siman, Jerusalem. Die von der britischen Regierung entsandte Untersuchungskommission, deren Aufgabe es war, „die unmittelbaren Ursachen der Augustereignisse 1929 in Palästina zu erforschen44, wie es in ihrem Ernennungsbrief hieß, hat sich auf diese ihre Aufgabe nicht beschränkt. Infolge der Bemühungen der arabischen Advokaten, denen diese Beschränkung nicht sonderlich genehm war, hat man der jüdischen Kolonisation in Palästina vollkommen den Prozeß gemacht. Die Anwälte der Araber suchten zu beweisen, daß die jüdische Kolonisation die eingeborene Bevölkerung zur Verarmung bringt und den Fellachen verdrängt. Es wirkt eigentümlich, daß sich gerade die Effendis und Großgrundbesitzer, die keine Gelegenheit versäumen, um den arabischen Bauern auszubeuten und um seinen Boden zu bringen, als Retter und Beschützer der landwirtschaftlichen arabischen Bevölkerung aufspielen. Es besteht daher die Notwendigkeit, daß von jüdischer Seite an Hand von Zahlen und Tatsachen gezeigt wird, inwiefern die Anklagen der Effendis zu Recht bestehen und ob die arabische Bevölkerung durch das jüdische Aufbauwerk in Erez Israel geschädigt oder im Gegenteil in ihrer Entwicklung gefördert wird. I. Unter dem türkischen Regime wurden viele von Fellachen und Beduinen besetzte Ländereien mit Gewalt und List auf die Namen der Effendis übertragen. Die primitiven Arbeitsmethoden des Fellachen und die große Ausnutzung des Bodens führten dazu, daß seine Einnahmen kaum dazu reichten, um sich und seine Familie zu ernähren und um den primitivsten Bedürfnissen in bezug auf Kleidung, Wohnung und Ernährung usw. gerecht zu werden. Oft besaß der Fellache keinen Pfennig, um zur Zeit der Saat den nötigen Samen zu kaufen und seine Arbeit fortsetzen zu können. Bei wem sollte er Hilfe suchen? Der einzige, der ihm helfen konnte, war der Effendi, der sich in seiner „Güte"4 nicht weigerte, ihm eine gewisse Summe zu leihen, mit der Bedingung indessen, daß er ihm 20 bis 30% und selbst höhere Wucherzinsen zahlte. Die Lage jener Fellachen, die gezwungen sind, Boden zu pachten, da ihr eigener Bodenbesitz nicht ausreicht, um sie zu ernähren, ist in den meisten Fällen noch schwieriger, denn der Eigentümer erhält in Erez.

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