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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Wirtschaft des Fellachen
Date
1930-01-01
Page
Seite 45 (sequence 6)
Language
German
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Toiibs und Paar Schuhe gekauft." In Zeiten der Knappheit kauft er ihn nur alle *<wei Jahre. Eine „Abajah" (Mantel) wird alle vier bis fünf Jahre gekauft, ein Fes alle fünf bis sechs Jahre. Toiibs kosten für eine Familie 2.5 ägypt. £, Schuhe 1 ägypt. £, jährlicher Teil von Fes und Abajah —.50 ägypt. £, zusammen Kosten der Kleidung pro Jahr 4 ägypt. £. Seife. Der Fellache benützt sie nur für das Waschen der Kleider. Sich selbst wäscht er »wf mit Wasser. Zum Waschen der Kleider wird meistens Asche von den Sesamstengeln benutzt, von der ein Vorrat für das ganze Jahr erzeugt wird. Der Toiib wird einmal in ein bis zwei Monaten gewaschen. Viele Familien benützen bloß 2 bis 4 Oka Seife im Werte von 20 bis 40 mil pro Jahr. Farmtypen. Die normale Einheit ist gewöhnlich 70 bis 100 Dunam. Der Fellache bearbeitet diese ohne fremde Hilfskräfte. Hat er mehr Boden, so nimmt er einen „Charaten" auf; dessen Lohn ist gewöhnlich: 5 Kantar Weizen und 5 Kantar Gerste oder Nahmng und Kleidung und 1 ägypt. £ pro Monat. Unter den Dorfbewohnern gibt es manche mit größerem Eigentum, 400 bis 500 Dunam, die das ganze Land durch Charaten bearbeiten lassen. Pachtwirtschaft. Der Effendi, Großgrundbesitzer, lebt fern vom Dorfe und überläßt sein Land einem Pächter. Die Pachtgüter in Galiläa haben eigene Steinhäuser zur Benützung ihrer Pächter. Die Bedingungen sind sehr einfach. Der Effendi erhält ein Fünftel der Produktion. Ein Pächter, der mehr als ein Feddan (in Galiläa 150 Dunam) bearbeitet, eagagiert einen Charaten, zahlt ihm ein Viertel der Gesamternte, und der Charat «einerseits zahlt seinen Teil von dem Fünftel an den Großgrundbesitzer sowie den Oscher an die Regierung. Außerdem hat der Fellache für das Pflücken der Durah und der Erbsen zu zahlen, was zirka 3 ägypt £ kostet. Zur Erntezeit mietet er Taglöhner zum Preise von 120 bis 150 Piaster pro Feddan und gibt ihnen Tabak und Nahrung, während sie bei ihm arbeiten. Für die Gemüseernte werden Weiber für ä bis 6 Piaster pro Tag beschäftigt. Dieser Aufwand beträgt 3 bis 4 ägypt. £ pro Jahr. Schließlich hat er noch eine zusätzliche Ausgabe von 4 bis 5 Kelis Weizen, um die Ernte einzubringen und zu dreschen. Alle Ausgaben werden von dem Pächter getragen, mit Ausnahme der Bewachung, an welcher der Besitzer partizipiert. Dafür erhält der Effendi V12 Keli für jeden bewachten Feddan. Für die Fütterung der Tiere zur Druschzeit hat der Pächter ebenfalls V12 Keli für jedes Stück zu zahlen. Jahresrechnung einer durchschnittlichen Fellachenfarm. (6 bis 9 Seelen, 66 bis 100 Dunam.) Ausgaben: a) für die Wirtschaft: ägypt. £ Futter für zwei Ochsen: 2 Kantar Sesamkuchen oder Bohnen . . 7.— Saatgut..................... 6.50 Dorflasten.................... 1.60 Reparaturen, Verschiedenes.............. —.30 Oscher und Werko (Steuern)............. 4.50 19.90

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