Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Wirtschaft des Fellachen
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Damit — wird nur abends bereitet. Es besteht aus Malvengemüse, „Hubza**, mit Zwiebel und Pfeffer gewürzt. In der Tomatensaison ißt er Tomatensalat mit Pfeffer» Dieser und öl sind seine Würzen. Fast alle seine Nahrung stammt aus seinem eigene« Feld, er kauft wenig von außen. Die Hauptnahrung ist Brot (Pitah). Eine durchschnittlich aus sieben Seelen bestehende Familie braucht 7 bis 8 Kantars Korn (zwei Drittel Weizen, ein Drittel Durrha). Diese Menge liefert eine durchschnittliche Farm; der arme Fellache, der nicht so viel erntet, erhält den Rest teils durch Nachlese, teils durch Kauf. M i 1 c h. In vielen Dörfern gibt es Schafmilch von einer Herde. Die durchschnittliche GröliSe einer solchen ist 15 bis 30 Stück. Die Schafweiden sind auf den Berghängen und den Getreidefeldern. Die Herden sind in sumpfigen Gegenden, welche die frische Weide durch das ganze Jahr liefern, zahlreicher. Milch ist gewöhnlich sehr reichlich während «W Regensaison, drei bis vier Monate im Jahr, wenn die Weide sehr üppig ist. Während der anderen Zeit leben die Schafe von trockenem Futter. Die arabische Kuh liefert zirka 6001 Milch pro Jahr, davon das meiste während weniger Monate. Das Mutterschaf liefert zirka 50 bis 60 1. Die Milch wird meistens zur Bereitung von „Leben" (eine Art Sauermilch, aus gekochter Milch zubereitet) und Käse für häuslichen Gebrauch verwendet. Gelegentlich verkauft die Hausfrau etwas Käse auf dem benachbarten Markt oder einem Dorfhändler, von dem sie dafür verschiedene Artikel eintauscht. Eier. Die meisten Fellachen haben 30 bis 40 Stück Hühner. Nicht ein einziger weiß, wieviel Eier gesammelt werden, noch schenken sie diesem Zweig der Wirtschaft irgendwelche Aufmerksamkeit. Zu Hause verwenden sie diese Nahrungsmittel hauptsächlich, um Gäste zu bewirten. Sonst verkauft die Frau die Eier und erhält dafür Artikel für ihren Bedarf: Nadeln, Zwirn, billigen Schmuck usw. Fleisch. Der Fellache ißt wenig Fleisch. Um Gäste zu bewirten, wird er ein krankes Schaf oder Huhn schlachten. Er hat auch Fleisch, wenn ein Ochs oder Kamel unrettbar krank wird. Dann tötet er das Tier und bewirtet die Dorf genossen mit Fleisch, öl. Der Fellache braucht viel öl. Ein bevorzugtes Essen ist Pitah, iu Öl getunkt. Pro Person wird ein Jarra öl im Jahr verbraucht. In manchen Dörfern hat der Fellache seine eigenen Ölbäume. Er preßt das öl in den benachbarten Ölpressen, der Rückstand bildet die Bezahlung, indes er das öl behalt. In Orten, wo es keine Ölbäume gibt, benutzt man Sesamöl, das die' Bauern seihst pressen. Gemüse. Der Fellache zieht nicht genug für seine eigenen Bedürfnisse. In vielen Dörfer« wird überhaupt keines gebaut, die Fellachen kaufen es selbst in der benachbarten Stadt. Bevorzugt ist, wie erwähnt. „Tabiach", aus „Hubza" gemacht. Die Frau sammelt dieses Gemüse im Winter, trocknet es und kocht davon das ganze Jahr. Kleidung. Jedes Jahr kauft der Fellache einen „Toiib" (ein langes, bis auf die Füße herabreichendes Kleid). Fragt man ihn, wie alt er ist, sagt er: „Ich habe soundso viele