Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 43

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Wirtschaft des Fellachen
Date
1930-01-01
Page
Seite 43 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379883-2379885-2390599--10095-2390786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

er... verursacht keinerlei Verdunstung der Feuchtigkeit, er deckt in seinem Lauf kein Unkraut zu, noch verursacht er dessen Wachstum oder Zunahme. Wenn langaudauernder Regen kommt oder solcher in kurzen Intervallen, ist der arabische Pflug der einzige, mit dem gearbeitet werden kann. Unter solchen Bedingungen schneidet der europäische den Boden nicht, sondern häuft die Erde zusammen, macht Ziegel, rollt die Erde in Klumpen und schädigt den Boden für Jahre. Der arabische Pflug verlängert daher die Arbeitssaison. Investiertes Kapital. Da? ganze ..Kapital1*, das für die Ausrüstung einer Fellachenfarm nötig ist, beträgt: ägypt. £ Drei Ochsen oder eiu Kamel (oder Pferd oder Stute 10 bis 12 ägypt. £)................... 15.— 15 oder 20 Schafe ................. 20.— Ein Esel............1....... . 3.— Ein Pflug ..*..■............... . —.40 Ein Dreschbrett................. . —.60 Zwei hölzerne Heugabeln............... —.35 Eine eiserne Heugabel................ —.20 Säcke für Häcksel.............. ... —.60 Eine Sichel................... . —.10 Ein Joch oder Geschirr............... —.60 Schnüre zum Binden................ —.30 Zwei Siebe.................... —.25 41.20 Hierzu eine Kuh (6 bis 10 ägypt. £), eine Ziege (—.80 bis 1 ägypt. £) und 30 Hühner (3 bis 4 ägypt. £)...... 14.— Für das gesamte lebende und tote Inventar........ 55.20 . Die Fellachenfarm in der Ebene ist meist einseitig dem Getreidebau gewidmet. Gelegentlich hat der Fellache auch einen kleinen Strich mit Ölbäumen und einige Feigenbäume. In vielen Dörfern gibt es keine Spur von Gemüsen, in den meisten wird nur sehr wenig gebaut. In der Schefelah und im Süden hat beinahe jeder Fellache eine Kuh, nur wenige haben Schafe. Wie schon erwähnt, beschäftigt die Landwirtschaft den Fellachen nicht das ganze Jahr. Er hat fast sechs Monate freie Zeit für andere Beschäftigungen. Während dieset sucht er auswärts Arbeit zu erhalten. Jedes Dorf liefert von selbst etwas zusätzliche Arbeit. Jene Fellachen, welche an den Abhängen der Berge oder nahe den Städten wohnen, finden Arbeit in den Steinbrüchen entweder als Arbeiter oder mit ihrem Kamel als Transportübernehmer. Die auf den Bergen wohnen, arbeiten bei den Kalköfen oder als Köhler. Um Kalk zu brennen, verwenden sie „natich", ein Unterholz, das auf den Bergen wächst. Die Arbeitslöhne betragen 8 bis 10 Piaster pro Tag (ein Piaster 20 Pf.). Das Leben der Fellachen. Die Kost des Fellachen ist ärmlich und eintönig. Seine Hauptnahrung ist Brot, „Pitah". welche er jeden Tag bäckt. Etwas Pitah mit Zwiebel und Rettichen bildet seine Morgen- und Mittagmahlzeit. Ein gekochtes Essen — von ihm „Tabiach" ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.