Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
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in Liquidation, und es ist kaum zu erwarten, daß hier in absehbarer Zeit eine selbständige Aktion unternommen werden dürfte. Am Ende aller dieser Aufzählungen — last but not least — ist auch der Jüdische Nationalfonds zu erwähnen. Es gibt auf dem Karmel, und zwar zwischen Neve Shaanan und Ahuza, ein etwa 3000 Dunam großes Gebiet, das den Namen Rushmia von der noch verhältnismäßig gut erhaltenen Ruine der Kreuzfahrer bürg Rushmia führt. Dieses Gebiet ist Regierungsland und der Nationalfonds führt seit mehr als acht Jahren Verhandlungen wegen Übernahme dieses Gebietes. Mangels eines geeigneten Erschließungsprojektes hat der Nationalfonds sich bisher an die definitive, ihm angebotene Pachtung für 99 Jahre noch nicht herangetraut und die Pachtung vorläufig nur von Jahr zu Jahr erneuert. Auf dem Roden saß etwa sieben Jahre eine Kwuzah Rushmia, die inzwischen den Sparmaßnahmen des Regimes Sacher zum Opfer gefallen ist. Der Verfasser hat bereits vor 3/4 Jahren dem Keren Kajemeth ein Siedlungsprojekt für dieses Gelände vorgelegt, das zurzeit von der Verwaltung des Keren Kajemeth in ernste Erwägung gezogen wird. Es erscheint verfrüht, in diesem Zusammenhange auf Einzelheiten dieses Projektes einzugehen. Es sei nur betont, daß bereits starkes Interesse für dieses Projekt in Haifa entstanden ist, und daß Aussicht besteht, die Pachtung von Rushmia auf lange Frist durchzuführen. Die Aufzählung dieser verschiedenen, größtenteils gescheiterten, beziehungsweise im Keime steckengebliebenen Siedlungsversuche ergibt für den gegenwärtigen Zustand ein trostloses Rild. Und doch erscheint es ohne große, neue Kraftanstrengungen möglich, dieses Rild in wenigen Jahren in ein anderes, hoffnungsfrohes, zu verwandeln. Es gibt schon heute eine große Menge von Interessenten, die geneigt sind, sich auf dem Karmel anzusiedeln, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt werden, nämlich: billige und häufige Verbindungsmöglichkeiten mit der Stadt und Hadar Hakarmel, und Schaffung ausreichender sozialer Einrichtungen, vor allen Dingen Kindergärten und Schulen. Beide Voraussetzungen sind verhältnismäßig leicht zu erfüllen, und die erforderlichen Mittel sind lächerlich gering im Vergleich zu den Investierungen, die jüdischerseits auf dem Karmel bereits gemacht worden sind. Bis heute verfügt der Karmel nur über eine einzige Zufahrtsstraße, und zwar an seiner nordwestlichen Spitze, wenn man von der vorläufig nur lokalen Bedürfnissen dienenden Zufahrtsstraße für Neve Shaanan absieht. Auch diese Karmelstraße reicht nur bis zum sogenannten Merkaz. Um von dort aus die Ahuza Sir Herbert Samuel zu erreichen, muß man einen in sehr schlechtem Zustande befindlichen Feldweg benützen. Eine Verbindungsstraße zwischen Hadar Hakarmel und Zentralkarmel ist seit vielen Jahren ge-