Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
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Noch ungünstiger als die Ahuza, sowohl in bodenpolitischer wie in finanzieller Beziehung, hat die P. L. D. C. mit den sogenannten Kellerschen Böden abgeschnitten, deren Erschließung und Verkauf sie in eigener Regie durchführte. Es gelang der Gesellschaft zwar im ersten Anlauf, einen großen Teil der Parzellen in den verschiedenen Teilen der Welt abzustoßen und auch eine kleine Anzahl Haifaer Einwohner zur Erbauung von Häusern auf dem sogenannten Zentralkarmel und in der östlichen Ecke des sogenannten Westkarmel zu veranlassen. Die Entwicklung dieser Häusergruppe zu einer geschlossenen und selbständigen Siedlung mißlang jedoch bis heute, da weder die P. L. D. C. noch, wie oben erwähnt, die jüdischen Hypothekengesellschaften der jungen Siedlung genügend gesellschaftliche und finanzielle Unterstützung gaben. Dazu kam, daß auch innerhalb der kleinen Gruppe selbst starke individualistische Tendenzen geltend wurden. Man wollte gar keinen Zustrom in größeren Mengen. Man fühlte sich in der Einsamkeit und idyllischen Abgeschiedenheit sehr wohl. Bezeichnend hierfür ist, daß es bis heute noch nicht gelungen ist, diese Einwohnerschaft zu einer Art von Gemeinde zu vereinigen. In diesen von der P. L. D. C. erschlossenen Gebieten wird es auch weiter schwer sein, eine geschlossene Siedlung zu errichten, da diese Böden, wie bereits erwähnt, zum größten Teil außerhalb Palästinas an einzelne einander größtenteils fernstehende Interessenten verkauft worden sind. Außer diesen hier erwähnten Gruppen haben sich noch verschiedene andere Gesellschaften an Erschließungsversuchen auf dem Karmel beteiligt. Da ist zunächst die Gesellschaft „Hamanchü". Diese hat das Erbe der verkrachten Fels-Tennenbaum-Gesellschaft angetreten, welch letztere unter dem Namen American Palestine Real Estate Agency ein kurzes, aber unrühmliches Dasein geführt hat. Die Gesellschaft „HamanchiP4 besitzt einige hundert Dunam nördlich der Ahuza und etwa 1500 Dunam südlich der Ahuza. Diesen zweiten Komplex hat sie zu einem großen Teil an eine Gesellschaft mit dem Namen „Menorah" verkauft, deren Sitz in Amerika ist. Die Menorah-Gesellschaft plante schon für das Jahr 1928 eine Siedlung. Ihre Finanzen scheinen aber nicht in Ordnung zu sein und ihre Siedlungspläne sind daher zunächst für einige Jahre verschoben. Den Boden nördlich der Ahuza, der bisher unter dem Namen Shambur bekannt ist, versucht die Gesellschaft Hamanchil in eigener Regie zu entwickeln. Auch hier ist die Gesellschaft vorläufig noch nicht über den Bebauungsplan hinausgekommen. Dasselbe ist von der Gesellschaft Kehillath Zion zu sagen, die den nördlich an Shambur angrenzenden sogenannten Fersh Iskander, einen schön liegenden Hügel mit ausgedehntem Plateau, erworben hat. Diese Gesellschaft befindet sich bekanntlich