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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 13

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
Date
1930-01-01
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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Fehlschlag zu suchen. Annähernd 200.000 bis 300.000 pal. £ dürften bis heute jiidischerseits auf dem Karmel investiert worden sein. Haben diese Ausgaben einen Sinn gehabt? Bestehen Hoffnungen, diese Investitionen zu produktivieren, oder soll man dieses Abenteuer, wenn es ein solches ist, so rasch wie möglich liquidieren, bezw. die investierten Beträge abschreiben? Ich muß feststellen, daß selbst einflußreiche und maßgebende Personen innerhalb der palästinensischen Judenheit bezüglich dieser Aufgabe zum Pessimismus neigen, zumal unter den gegenwärtigen Umständen, und es erscheint mir gerade jetzt besonders wichtig, dieser pessimistischen Strömung auch vor einer weiteren Öffentlichkeit mit dem Hinweis auf die realen Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel entgegenzutreten. Zunächst ist ein Vorurteil zu bekämpfen, daß noch bis vor kurzem in Palästina und sogar auch in Haifa im Schwange war, nämlich, daß der Karmel nur eine Wohnmöglichkeit für reiche Leute darstellt. Mit diesem Vorurteil wurde die breite Masse der städtischen kolonisierenden Elemente von vornherein abgeschreckt. Einzelnen Baulustigen wurde hypothekarische Unterstützung rundweg abgeschlagen. Während im Hadar Hakarmel, Bat Galim und an anderen Stellen die Baubewegung durch Hergabe von Baugeldhypotheken von verschiedenen Hypothekenbanken gefordert wurde, gab es bis vor etwa zwei Jahren auf dem Karmel keinerlei Möglichkeit, Baugelder durch hypothekarisch gesicherte Anleihen zu erhalten. Eine einzige Ausnahme machte die oben erwähnte Erwerbung auf dem sogenannten roten Karmel, von der etwa 300 Dunam durch die P. L. D. C. an eine jüdische Baukooperative — „Neve Shaanan" — verkauft wurden. Dieser Gesellschaft gelang es, von dem Keren Hajessod Kredite für den Bau von Häusern und einer Verbindungsstraße nach der Stadt Haifa zu erlangen, und trotz ihrer anfänglichen Schwierigkeiten ist heute auf dem roten Karmel eine blühende Siedlung, die zirka 140 Häuser umfaßt. Ein anderer kollektiver Siedlungsversuch wurde auf dem oben erwähnten, zirka 3000 Dunam umfassenden Gelände durch die ebenfalls genannte Ahuza Sir Herbert Samuel unternommen. Diese Gesellschaft umfaßt etwa 1000 größtenteils noch in Rumänien wohnende Mitglieder und hat einschließlich Bodenkauf bisher etwa 75.000 pal. £ auf ihrem Boden investiert. Leider wurden bei der Entwicklung dieses Unternehmens schwerwiegende Fehler gemacht, auf die in diesem Zusammenhange nicht näher eingegangen werden soll. Schwere innere Kämpfe zerrütteten den Zusammenhang unter den Mitgliedern dieses Unternehmens. Es besteht jedoch die Hoffnung, es innerhalb des kommenden Jahres wieder zu konsolidieren und einer neuen Blüte entgegenzuführen.

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