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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
Date
1930-01-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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gäbe gestellt, einen Plan für die Verwertung dieses Bodens zu entwerfen. Es handelt sich etwa um den Boden, der sich heute in dem Besitz der rumänischen Ahuza „Sir Herbert Samuel44 befindet. Das damals von dem Verfasser ausgearbeitete Projekt war in kurzen Zügen folgendes: 70% des Bodens sollten als Pflanzungsboden zu dem damals im Lande für Pflanzungszwecke marktgängigen Preis von zirka 60 Francs pro Dunam angeboten werden, während die restlichen 30% als Bauparzellen von 5000 bis 10.000 m2 Nettogröße eingeteilt werden sollten. Selbstverständlich sollten nur die schönsten Teile des Bodens für Bauzwecke reserviert werden, wobei also auf rund 900 Dunam etwa 90 bis 180 Bauplätze entstanden wären. Bei dem Verkaufspreis dieser Bauplätze sollten Zuschläge für die Erbauung einer Verbindungsstraße von diesem Karmelgebiet durch den Wadi Ruhsmia nach dem Hadar Hakarmel erhoben werden. Wie gesund dieser Vorschlag war, beweist der lokale Erfolg, den dieses Projekt hatte, da der ganze Pflanzungsboden und ein großer Teil der Bauplätze innerhalb weniger Wochen von lokalen Haifaer Interessenten mit Beschlag belegt wurden. Leider wurde die Durchführung dieses Projektes durch den Ausbruch des Krieges verhindert und von diesem Siedlungsgedanken ist praktisch nur noch das Wort Ahuza übriggeblieben. Als der Krieg sich seinem Ende zuneigte und die Aussichten für die Verwirklichung eines jüdischen Nationalheimes in Palästina greifbare Formen annahmen, kam auch die Karmelfrage wieder auf die Tagesordnung. Ein Teil der deutschen Templer verkaufte seinen Besitz sowohl an Boden wie an Häusern an jüdische Interessenten und auch der Besitz des Konsuls Keller ging an die P. L. D. C. über. Der oben erwähnte Verkauf arabischer Böden kam ebenfalls zustande und auch auf dem abseits liegenden, sogenannten roten Karmel kam ein Komplex von etwa 500 Dunam durch Vermittlung der P. L. D. C. in jüdische Hände. Im Laufe der weiteren Jahre wurde dieser jüdische Karmelbesitz immer mehr abgerundet, so daß heute zwischen 8000 bis 10.000 Dunam Karmelboden, und zwar der größte Teil des stadtnahen Karmelgebietes sich in jüdischen Händen befindet. Leider wurde die städtebauliche Planung dieses Gebietes ein Opfer jüdischer Hoffnungen auf eine außerordentlich rasche Besiedlung mit städtischen Interessenten. Zwischen 3000 bis 4000 Bauparzellen harren heute der Besiedlung, während mit Ausnahme der kleinen Oase Neve Shaanan, über die noch weiter unten zu sprechen sein wird, insgesamt nicht mehr als etwa 80 jüdische Häuser einschließlich der Ahuza Sir Herbert Samuel bis heute auf dem Karmel erbaut worden sind. Es bleibt also die Aufgabe, die Ursachen für diesen offenkundigen

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